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Wie kommt ein Tarifvertrag zustande?

Tairfverträge fallen nicht vom Himmel, sondern sie müssen durchgesetzt werden. Von den Beschäftigten, von den Betriebsräten, von der Gewerkschaft.

Vor welchen Herausforderungen die gewerkschaftlichen Verhandlungsführer in der IT-Branche stehen, berichten drei Verhandlungsführer aus eigenen Erfahrungen.

Dr. Thomas Müller verhandelt für ver.di Tarifverträge bei Unisys und HP.

Bert Stach verhandelt für ver.di Tarifverträge bei IBM.

Lothar Schröder, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands und Bundesfachbereichsleiter TK/IT, verhandelt für ver.di Tarifverträge u.a. bei T-Systems und der DTAG.

 

Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein

  • Gewerkschaften sind stark und mit vielen Mitgliedern im Unternehmen vertreten.
  • Es besteht ein Wunsch der Beschäftigten nach einem Tarifvertrag – denn durchgesetzt werden kann die Aufnahme von Tarifverhandlungen nur durch die Beschäftigten.
 

So werden Forderungen gemeinsam entwickelt

  • Gewerkschaftlich organisierte Betriebsräte und Beschäftigte diskutieren gemeinsam mit den Gewerkschaften, was geregelt werden soll. Wichtiges Kriterium: Beteiligungsorientierung. Denn die Forderungen sollen die alltäglichen Arbeitsbedingungen verbessern und müssen daher von der betrieblichen Realität ausgehen.
  • Die Tarifkommission, die sich aus gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten und hauptamtlichen Gewerkschafter/innen zusammensetzt, konstituiert sich und stellt den Forderungskatalog auf, mit dem die Gewerkschaften als Tarifpartei in die Verhandlungen gehen.
  • Die Forderungen werden begründet– mit der spezifischen Unternehmensentwicklung, der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, der Entwicklung der Produktivität und mit der Entwicklung der Lebenshaltungskosten (Inflationsrate) sowie dem Anspruch, erarbeitete Erträge umzuverteilen. Und die Forderungen werden mit den tarifpolitischen Grundsätzen der Gewerkschaft abgeglichen, um sicherzustellen, dass durch sie eine nachhaltige Verbesserung erzielt wird und um einen Unterbietungswettbewerb in einer Branche zu verhindern.
 

Das schwierigste Kapitel – die Durchsetzung

  • Die Verhandlungsrunden müssen im Unternehmen aktiv begleitet werden – denn Tarifverhandlungen sind ein Kräftemessen mit dem Arbeitgeber. Dazu gehört eine transparente Kommunikation über die Entwicklungen und eine stetige Mobilisierung der Beschäftigten. Denn sie müssen die Ergebnisse am Ende mittragen können.
  • Wenn die Verhandlungen am Ende stagnieren gibt es die Möglichkeit, zu streiken. Darüber, ob gestreikt wird, entscheiden die Gewerkschaftsmitglieder im Unternehmen.
 
 

Wichtig ist das Netzwerken – die Gewerkschaft ver.di ist mein Netz, in das ich mich fallen lassen kann. Nur gemeinsam sind wir stark und bilden ein Gegengewicht zum Arbeitgeber.

Bettina B., freigestellte Betriebsrätin, Stuttgart