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Schlechte Noten für T-Systems – gute Noten für Tarifverträge

Die Umorganisierungsprogramme bei T-Systems bekommen schlechte Noten. Die Informationspolitik des Arbeitgebers wird abgeurteilt. die Begleitung der Beschäftigten durch den Arbeitgeber erhält eine negative Bewertung. Die T-Systems-Beschäftigten, die an der Umfrage zu "Next Generation T-Systems" und "T-Systems BAU" teilgenommen haben, lassen kaum etwas gutes an ihrem Arbeitgeber. Anders sieht es aus, wenn es um tarifliche Regelungen geht: Die tariflich definierte Arbeitszeit kommt gut weg. Der tarifvertragliche Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen wird von einer großen Mehrheit als sehr wichtig eingestuft und auch sichernde Regelungen zu Near-/Offshore bekommen einen hohen Stellenwert.

Von Ende November 2008 bis zum Januar 2009 war auf der Internetseite der Initiative ICH BIN MEHR WERT eine Online-Umfrage für die Beschäftigten von T-Systems freigeschaltet. 848 Bögen der anonym durchgeführten Erhebung wurden insgesamt für die Auswertung berücksichtigt. Der Fragebogen war gemeinsam mit T-Systems-Betriebsräten entwickelt worden. Sowohl für Betriebsräte als auch für ver.di muss klar sein, was für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig ist. Dann kann Interessenvertretung mit höchstmöglicher Effektivität und Treffsicherheit realisiert werden.
 
 
Die Umorganisierungsprozesse, die die Überschrift der Befragung lieferten, kommen bei den Befragten offenbar nicht an. Knapp 80 Prozent geben Noten aus dem negativen Spektrum der Bewertungsoptionen. Das ist nicht besonders überraschend, wenn es mit den Ergebnissen zweier anderer Fragen in Beziehung gesetzt wird – Fragen zur Informationspolitik bei T-Systems. Die stark überwiegende Mehrheit der Befragten vergibt hier schlechte Noten. Dabei fällt die Bewertung für die aktuellen Umorganisierungsprozesse nicht ganz so schlecht aus, obwohl immer noch fast drei Viertel der Befragten, die aktuelle Informationspolitik als mangelhaft oder ungenügend einordnen. Die Begleitung der Beschäftigten ist eng mit einer guten Informationspolitik verknüpft. Das Ergebnis der Frage „Wie bewerten Sie die Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch vergangene und anstehende Umorganisierungsprozesse durch den Arbeitgeber T-Systems?“ korreliert mit den genannten Antworten. Fast 90 Prozent der Befragten vergeben bei dieser Frage schlechte Noten. Auch die Werte zu den Fragen nach Qualifizierung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und nach Arbeitszeiten sprechen nicht für den Arbeitgeber T-Systems.
 
 
Bei all den Veränderungen brauchen Menschen einen ruhenden Pol. Die Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer haben sich, das zeigt das Ergebnis auch, ihren Arbeitsplatz eingerichtet und der soll da bleiben, wo er ist. Für über 95 Prozent ist der Erhalt Ihres Arbeitsplatzes am jetzigen Standort wichtig oder sehr wichtig.
 

„Der Arbeitgeber T-Systems muss etwas tun, um in der eigenen Belegschaft wieder an Rückhalt zu gewinnen“, fasst Michael Jäkel, Bundesfachgruppenleiter IT/DV das Ergebnis zusammen.

 
 
Arbeitsbedingungen und Gehälter werden bei T-Systems in Tarifverträgen mit ver.di ausgehandelt. Sechs Fragen befassten sich mit kollektiven Regelungen. Besonders deutlich wurde die Einschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage als es um die Sicherheit des eigenen Jobs ging: „Wie wichtig ist ihnen der tarifvertragliche Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen?“ Das ist für 25,2 Prozent der Befragten wichtig und für 63,5 Prozent sogar sehr wichtig! Aber auch kollektive Regelungen zur Qualifizierung werden von über 80 Prozent als wichtig oder sehr wichtig eingestuft.

Einen wichtigen Hinweis für die nächste Gehaltsrunde gab es auch. Das Aussetzen des Gehaltsüberprüfungsprozesses kam gut an: Über 71 Prozent äußerten sich zustimmend.
 
 

Ich bin seit fast 30 Jahren aktives ver.di-Mitglied – das hat meine persönliche Entwicklung entscheidend geprägt. Meine Überzeugung ist, dass jede Interessensvertretung und jeder Betrieb eine starke gewerkschaftliche Anbindung benötigt. So kann man am besten mitwirken, mitgestalten und mitbestimmen – im Sinne aller Beschäftigten.

Gisela K., Betriebsratsvorsitzende, Bamberg