In zwei weiteren Verhandlungsterminen am 07. und 11. November 2011 in Würzburg und Frankfurt haben HP und ver.di die Gespräche zu einem Überleitungstarifvertrag fortgeführt.
Alle Themen, die einer bisherigen tarifvertraglichen Regelung unterliegen, liegen jetzt auf dem Tisch. In diversen Punkten konnte eine Annäherung der Positionen erreicht werden, bei anderen Punkten ist noch ein großes Stück Weg zu gehen.
Ziel und Verabredung zwischen beiden Seiten ist weiterhin, dass am Schluss ein Paket von Regelungen vereinbart wird, das im Verhältnis zu den vorherigen Bedingungen wertgleich ist.
Mit diversen Hausaufgaben versehen, haben sich beide Seiten auf weitere Verhandlungstermine im Januar 2012 verständigt.
Das Thema Haustarifvertrag wird bei HP quer durch die Standorte und Abteilungen diskutiert – aber was genau beinhaltet ein Haustarifvertrag? Wir stellen entlang unserer ver.di-Haustarifverträge bei IBM und T-Systems in jeder HP-News ein einzelnes Modul vor, um so über die Vorteile und Möglichkeiten von Tarifverträgen zu informieren.
Um einen guten Einstieg ins Thema zu ermöglichen, beginnen wir mit dem „Tarifvertrag über allgemeine Beschäftigungsbedingungen“ zwischen IBM Deutschland und ver.di. Dieser Vertrag bildet die Grundlage jedes Arbeitsverhältnisses bei IBM und sichert bereits eine Besserstellung gegenüber dem Gesetz in verschiedenen Bereichen ab. So fällt beispielsweise die Probezeit weg, wenn befristet Beschäftigte mit einem 18-monatigen Arbeitsvertrag in ihrer bisherigen Tätigkeit übernommen werden.
Auch beim Thema Krankenunterstützung sichert der Tarifvertrag bessere Konditionen. Ist ein Mitarbeiter langzeiterkrankt und bezieht Krankengeld der Krankenkasse, gewährt IBM eine zusätzliche Krankenunterstützung, mit der die Differenz zwischen eigentlichem Nettogehalt und gezahltem Krankengeld ausgeglichen wird.
Eines der zentralen Kernelemente des Tarifvertrags ist der besondere Schutz für über 53-Jährige, die mit verschiedenen Sonderregelungen zusätzlich abgesichert sind. Die wichtigsten Regelungen betreffen einerseits den speziellen Kündigungsschutz – diese Beschäftigten können nicht mehr betriebsbedingt gekündigt werden. Andererseits ist eine Verdienstabsicherung garantiert. Das bedeutet, dass das Grundgehalt nicht reduziert werden kann. Das gilt auch bei einem gesundheitlich bedingten Tätigkeitswechsel in eine niederwertige Tätigkeit oder Ausscheiden aus dem Schichtdienst.
Gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte, die Mitglied in der Tarifkommission sind, werden für die entsprechenden Sitzungen und Verhandlungen unter Fortzahlung des Gehalts freigestellt. Sie sind – ebenso wie die gewerkschaftlichen Vertrauensleute – berechtigt, die betrieblichen Einrichtungen für ihre gewerkschaftliche Arbeit in angemessenem Umfang zu nutzen.
Sind noch Fragen offen geblieben? Wir beantworten sie gerne – denn wir können nicht jede Regelung des Vertrags erläutern, sondern immer nur eine Auswahl, die für HP-Beschäftigte interessant sein dürfte.
Die neue Rubrik „Background / Tarifpolitik“ informiert auf www.ich-bin-mehr-wert.de über Themen rund um den Tarifvertrag – für wen er gilt, wer ihn aushandelt, was er umfasst und wie man einen Tarifvertrag erreicht. Interviews mit ver.di-Tarifverhandlungsführern für die IT-Branche ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen – und vermitteln Positionen, Analysen und die Herangehensweise der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.
Unter dem Motto „Zukunftsfähig Arbeiten in der IT-Branche: Flexibler? Qualifizierter? Gesünder?“ luden ver.di und die Initiative ICH BIN MEHR WERT am 17. November 2011 in Hamburg IT-Beschäftigte ein, das Thema Workability / Arbeitsfähigkeit gemeinsam zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war außerdem, IT-Beschäftigte im Gewerbegebiet Hammerbrook zu vernetzen und einen Austausch zu ermöglichen.
Mit Erfolg: Über 30 IT-Beschäftigte nahmen an dem After Work Event teil. Für knapp die Hälfte war es der erste Kontakt zu ver.di. „Es war eine anregende und gelungene Veranstaltung“ freut sich Organisatorin Susanne Schöttke. „Die Teilnehmenden sind an einer Fortsetzung der Diskussionen interessiert – das ist ein erster Schritt hin zu einer besseren Vernetzung von Beschäftigen der IT-Branche in Hamburg.“
Fachvorträge von Dr. Anja Gerlmaier (Universität Duisburg-Essen IAO) und Karl-Heinz Brandl(ver.di-Initiative ICH BIN MEHR WERT) führten in das Thema ein.
Gerlmaier, die insbesondere zum Thema Burnout in der IT-Branche geforscht hat, fokussierte auf die Konsequenzen, die sich aus Umstrukturierungen der IT-Arbeit ergeben: Standardisierung, neue Service-Konzepte, Internationalisierung und Industrialisierung führen zu widersprüchlichen Anforderungen sowie steigendem Arbeitsdruck und erhöhen den Stress für die einzelnen Arbeitnehmer/innen immens. Damit erhöht sich auch das Burnout-Risiko. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dem entgegenzusteuern, so Gerlmaier. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein kollektives Handeln der Beschäftigten und eine Unterstützung durch die Vorgesetzten.
Brandl griff die Vorreiter-Rolle der IT-Branche auf. Die Arbeitskonzepte und Anforderungen, die hier entwickelt und erprobt werden, prägen die Arbeitsbedingungen branchenübergreifend. Daher sei es umso notwendiger, von Beginn an diese Rahmenbedingungen von Arbeitnehmer/innenseite aus mitzugestalten und mitzubestimmen. Denn auf dem Spiel steht in immer stärkerem Ausmaß die langfristige Arbeitsfähigkeit jedes Einzelnen.
Die Veranstaltung eröffnet eine Reihe geplanter IT-Vernetzungstreffen in Hamburg. Der nächste Termin ist der 15. März 2012. Weitere Informationen gibt es unter www.ich-bin-mehr-wert.de.
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Wenn sich die Arbeitnehmer nicht organisieren, dann werden die Rechte der Arbeitnehmer zunehmend ausgehöhlt. Deshalb gilt nach wie vor: Gemeinsam sind wir stark. Gemeinsam mit ver.di.
Thomas E., freigestellter Betriebsrat, München
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