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  6. | HP-News vom 18. Juli 2011

Trotz drohendem Fachkräftemangel verweigert HP zukunftsorientierte Personalplanung

Fachkräftemangel und demografisch bedingter Arbeitskräftemangel sind viel diskutierte Bedrohungen – gerade auch für die IT-Branche in Deutschland. Denn nur 75 Prozent des Nachwuchsbedarfs werden durch die Absolventen von Hochschulen und Fachausbildungen gedeckt. Dennoch ist die Übernahmesituation von Auszubildenden und dual Studierenden bei HP unsicher.

Auch die Fluktuation bei HP ist mit circa 2,7 Prozent pro Jahr hoch. Die Ursachen sind vielfältig, haben aber eines gemeinsam: Dass sie vom Unternehmen trotz negativer Konsequenzen billigend in Kauf genommen wenn nicht gar selbst verantwortet werden. Jahr für Jahr wird Personal abgebaut, da Stellen rationalisiert oder ausgelagert werden. Bei denjenigen, die bleiben, erhöhen sich Arbeitsdruck und Arbeitsintensität. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze mit anderen Jobprofilen und Anforderungen – und neue Mitarbeiter/innen werden eingestellt, statt mittels vorausschauender Personalplanung diejenigen um- und weiter zu qualifizieren, deren Stellen verloren gehen.

Angesichts dieser desolaten Situation erscheint die Verweigerung einer zukunftsorientierten, langfristigen Personalplanung bei HP absurd. „Die Beschäftigten sind die Leidtragenden – weil sie einer permanent unsicheren Beschäftigungssituation ausgesetzt werden. Der HP-Geschäftsführung mangelt es im Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Weitblick“, urteilt HP Konzernbetreuerin Christine Muhr von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. „Erfahrene Mitarbeiter/innen, die schon lange im Unternehmen arbeiten, sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Sie bringen nicht nur ihr Wissen und ihre Berufserfahrung ein, sondern kennen auch Unternehmenskultur, Belegschaft und Kunden.“

Qualifizierung, Arbeitszeitgestaltung und ein funktionierender interner Stellenmarkt sind mögliche Ansatzpunkte für eine Personalplanung, die nicht nur auf Profitsteigerung und Börsenwert abzielt, sondern gute Arbeitsbedingungen für Beschäftigte sicherstellt. Hier besteht Nachholbedarf bei HP.

 

Outsourcing von knapp 70 HP-Beschäftigten an die Niedriglohn-Tochter CDS wird in Einigungsstelle verhandelt

Um die negativen Konsequenzen eines geplanten Übergangs von 69 HP-Beschäftigten zur 100-prozentigen HP-Tochter CDS abzumildern, verhandelt eine Kommission des Gesamtbetriebsrats (GBR) seit Oktober 2010 mit dem Arbeitgeber über die Rahmenbedingungen. Da bis heute kein akzeptabler Kompromissvorschlag seitens des Arbeitgebers vorgelegt wurde, wird seit dem 28. Juni 2011 in einer Einigungsstelle in Böblingen verhandelt. „Unser Ziel ist es, faire Bedingungen und Entschädigungen auszuhandeln“, kommentiert Helmut Middrup, Leiter der Verhandlungskommission und BR-Vorsitzender in Dortmund. Der nächste Einigungsstellentermin ist am 28. Juli 2011 in Dortmund.

 

Stimmen nach einem Haustarifvertrag für ganz HP werden lauter

Die Arbeitsbedingungen bei HP verschärfen sich kontinuierlich. Daher fordern immer mehr Beschäftigte kollektive Regelungen mit einem Haustarifvertrag für ganz HP. Denn individuell können schon lange kaum noch gute Verträge ausgehandelt werden.

Die Forderung nach einem Haustarifvertrag ist dabei für viele HP-Mitarbeiter/innen nicht neu. Schon bei der 2009 ins Unternehmen HP integrierten EDS gab es eine Bewegung von gewerkschaftlich bei ver.di und der IG Metall organisierten Beschäftigten und Betriebsräten. Ihr Ziel: ein Haustarifvertrag. Das gilt für viele ehemalige EDSer nach wie vor.

„Der Startschuss war die so genannte Erklärung von Meschede, mit der die Betriebsräte 2007 geschlossen forderten, dass ver.di und IG Metall einen Haustarifvertrag für EDS verhandeln sollen. Denn Gewerkschaften haben durch Tarifautonomie und Streikrecht mehr Durchsetzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Dem vorausgegangen waren mehrere enttäuschende Gehaltsrunden, in denen der betrieblichen Mitbestimmung deutlich demonstriert wurde, wo die Grenzen ihrer Verhandlungsmacht liegen“ erinnert sich Dr. Thomas Müller, HP-Konzernbetreuer bei ver.di und ehemaliger EDS-Konzernbetreuer.

Für die Beschäftigten der E.ON IT ist ein tarifloser Zustand nicht vorstellbar. Sie kennen die Vorteile eines Haustarifvertrags und möchten darauf nicht verzichten. Zwar ist momentan durch einen Anerkennungs-Tarifvertrag abgesichert, dass die Tarifergebnisse, die bei der E.ON IT ausgehandelt werden, auch für sie gelten. Als langfristiges Ziel gilt aber vielen Beschäftigten und Betriebsräten ein eigener Haustarifvertrag für ganz HP.

Auch bei Classic HP werden die Stimmen nach einem Haustarifvertrag immer lauter. Denn die Regelungsvielfalt bei HP führt zu Ungerechtigkeiten vor allem, in der Entlohnung.

 

ver.di lädt zum IT-Forum am 2./3. November 2011 in Kassel ein

Am 2. und 3. November 2011 findet das 10. IT-Forum unter dem Titel "ver.di Stresstest. Die Zukunftsfähigkeit der IT-Arbeit in Deutschland" in Kassel statt. Organisiert wird das Forum von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Kooperation mit ver.di Bildung und Beratung.

Die Veranstaltung bietet interessierten Beschäftigten, Arbeitgebern, Betriebsräten und Gewerkschaften eine Plattform, um über Handlungsoptionen zu aktuellen Herausforderungen zu diskutieren.

Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen werden Workshops zu zentralen Themen angeboten. Das ausführliche Programm und Hinweise zur Anmeldung finden Sie hier.

 

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Dieser Newsletter ist ein Service der Initiative ICH BIN MEHR WERT. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes ist als Träger der Initiative die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesvorstand, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, Internet: www.verdi.de. Verantwortlich für den Inhalt gemäß § 6 TDG und § 10 MDStV ist Lothar Schröder.

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Als Betriebsrat vertrete ich die Interessen der Beschäftigten gegenüber dem Arbeitgeber. Mit ver.di habe ich dabei einen starken Partner an meiner Seite. Denn gemeinsam können wir am meisten bewirken. Deshalb engagiere ich mich gewerkschaftlich.

Thomas S., Eskalationsmanager, Halle