Ab 1. April bekommt HP Zuwachs – E.ON lagert einen Großteil seiner IT-Arbeitsplätze aus. HP ist künftig für die Rechenzentren und Anwenderbetreuung des Energie-Unternehmens zuständig, T-System übernimmt die Netzwerk- und Telekommunikations-Dienste. Bis April 2012 bleiben die neuen Kolleginnen und Kollegen an den E.ON Standorten, danach findet auch die räumliche Integration in den neuen Mutterkonzern HP statt.
Es ist nicht die erste Integration, durch die HP gewachsen ist. 2002 übernahm HP das Unternehmen Compaq, 2004 Triaton und 2009 EDS. Gemeinsam mit den „Classic HPlern“ haben die Mitarbeiter/innen dieser Unternehmen HP in seiner heutigen Ausprägung gestaltet und beeinflusst. Das gilt auch für die Mitbestimmungskultur – damals wie heute.
„Wir setzen als Interessenvertreter darauf, von einander zu lernen und gemeinsam noch durchsetzungsfähiger zu werden“, kommentiert Volker Stichter, stellvertretender GBR-Vorsitzender und BR-Vorsitzender Rüsselsheim. „Insofern begreifen auch wir Betriebsräte das Zusammengehen mit E.ON IT als Chance – wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit mit unseren neuen Kolleginnen und Kollegen.“
Sven Bergelin und Dr. Thomas Müller von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben mit HP einen Anerkennungs-Tarifvertrag ausgehandelt, um die momentanen Rahmenbedingungen der E.ON IT-Beschäftigten abzusichern. Im Mai beginnt die zweite und abschließende Phase der Vertragsaushandlung – Dr. Thomas Müller und die ehrenamtliche Verhandlungskommission von ver.di verhandeln mit HP den Überleitungs-Tarifvertrag. Dabei geht es unter anderem um den Erhalt der sozialen Rahmenbedingungen.
Wichtigstes Ergebnis, das ver.di bisher durchsetzen konnte: Das materielle Gesamtniveau der Arbeitsbedingungen darf sich in den fünf Jahren nach dem Betriebsübergang nicht verschlechtern.
Vergütungssteigerungen inklusive möglicher Einmalzahlungen, die für E.ON IT nach den Betriebsübergängen erreicht werden, gelten auch für die zu HP übergegangenen Beschäftigten – ebenso wie mögliche Verhandlungsergebnisse zur Arbeitszeit, zur betrieblichen Alterssicherung und zur Einbringung von Urlaubstagen zur Weiterbildung. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass diese Ergebnisse noch während der Laufzeit des Anerkennungs-Tarifvertrages erreicht werden.
Einen rechtswirksamen und verbindlichen Anspruch auf die tarifvertraglich ausgehandelten Leistungen haben allerdings nur Mitglieder der verhandelnden Gewerkschaft.
Im Anerkennungs-Tarifvertrag, der zwischen HP und ver.di abgeschlossen wurde, ist der Geltungsbereich festgelegt auf „ ... alle tariflichen Arbeitnehmer, die im Wege von Teilbetriebsübergängen von der E.ON IT GmbH und anderen Gesellschaften des E.ON Konzerns auf HP übergehen, soweit sie Mitglied der Gewerkschaft ver.di sind oder werden“.
Für Hannover, Würzburg und Düsseldorf / Essen ist geplant, eigene Betriebe mit eigenen Betriebsräten zu etablieren. Alle anderen Standorte – München, Potsdam und Erfurt – werden den bestehenden regionalen HP-Betriebsräten zugeordnet. Hier sollen die bisherigen Betriebsratsmitglieder der E.ON IT als „betriebsrätliche Sachverständige“ und Ansprechpartner/innen fungieren, sowohl auf lokaler als auch auf GBR-Ebene.
Nur starke Gewerkschaften, die gut im Unternehmen verankert sind, können in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeber eintreten. Denn durchsetzungsfähig sind Gewerkschaften allein durch ihre Mitglieder.
Das heißt konkret: Je mehr Beschäftigte Mitglied in einer Gewerkschaft werden, desto besser stehen die Chancen dafür, die Aufnahme von Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeber zu erreichen.
Die Vorteile von Tarifverträgen liegen auf der Hand – verbindliche Regelungen zu Themen wie Gehalt, Beschäftigungsschutz oder Weiterqualifizierung verbessern Rahmenbedingungen und Arbeitsplatzsicherheit für jeden Einzelnen.
Umgekehrt ist auch jeder und jede Einzelne gefragt, einen Beitrag zu leisten – und sich gewerkschaftlich zu organisieren. Außerdem gilt: ver.di-Mitglieder haben Vorteile.
Mehr Informationen über die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft gibt es hier.
In der IT-Branche stehen wir vor immer neuen Herausforderungen – auch in Bezug auf die Arbeitsrahmenbedingungen. Wichtiges Thema ist momentan der Umgang mit Arbeitszeiten, die immer stärker ausufern. Wir dagegen wollen unsere Arbeitsfähigkeit bis zur Pensionierung sicherstellen. Dabei unterstützt uns ver.di.
Felix K. Produktmanager, Karlsruhe
© 2012 ver.di Fachbereich TK/IT