Vom 8. März 2010 bis zum 1. Mai 2010 haben wir auf www.ich-bin-mehr-wert.de eine Umfrage zur Situation von Frauen in der IT- und TK-Branche sowie in IT-nahen Callcentern durchgeführt. Die ausführliche Auswertung stellen wir Ihnen hier zur Verfügung und möchten uns bei allen Teilnehmerinnen für ihre Zeit und ihr Engagement bedanken.
Die Ergebnisse der Online-Umfrage, die vom Frauenvorstand des Bundesfachbereichs und der Initiative ICH BIN MEHR WERT vom 8. März bis zum 1. Mai 2010 zur Situation von Frauen in der IT- und TK-Branche durchgeführt wurde, zeigten: Auch 2010 ist von gleicher Wertschätzung für die gleiche Arbeit keine Rede.
Themen der Umfrage waren Chancengleichheit und Gleichbehandlung am Arbeitsplatz sowie die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie bzw. sozialem Umfeld.
Insbesondere eine funktionierende Kinderbetreuung, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, ist bei über 50 Prozent der Befragten nicht sichergestellt. Dazu passt, dass nur 15 Prozent aller Arbeitgeber Kinderbetreuung anbieten.
Abgefragt wurden außerdem Erwartungen an die Gewerkschaft ver.di. Als Kernforderungen der Teilnehmerinnen konnten hier gewerkschaftliches Engagement für gerechte Entlohnung, gleiche Aufstiegschancen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf identifiziert werden.
Das Gefälle zwischen den Geschlechtern zeigt sich auch massiv bei den Ergebnissen von Verhandlungen mit dem Arbeitgeber – 47 Prozent aller Befragten gehen davon aus, dass ihre Resultate schlechter sind als diejenigen ihrer männlichen Kollegen.
Der Fachbereich TK/IT hat darauf bereits reagiert und ein spezielles Training entwickelt, das Frauen auf Verhandlungen mit dem Arbeitgeber z.B. über Zielvereinbarungen und Gehalt vorbereiten soll.
Insgesamt haben sich 138 Beschäftigte aus der IT- und TK-Branche an der Umfrage, die vom 8.03.2010 bis zum 1.05.2010 auf www.ich-bin-mehr-wert.de durchgeführt wurde, beteiligt.
Damit ist die Umfrage ein gutes Stimmungsbild in die Branchen hinein – wenn auch mit 138 Teilnehmerinnen nicht unbedingt repräsentativ.
Die Beteiligungshöhe deckt sich jedoch mit Erfahrungswerten, die im Zuge von ähnlichen Umfragen auf www.ich-bin-mehr-wert.de gemacht werden konnten. Die Beteiligung fällt in der Regel niedrig aus, wenn es keinen akuten Anlass gibt und kein spezieller Betrieb angesprochen wird. Insofern erscheint die Beteiligung angemessen
Unser Anspruch in ver.di ist, dass Mitglieder an der Basis mitentscheiden sollen, welche Politik gemacht wird. Als Voraussetzung für Positionierungen und gewerkschaftliches Handeln sind Mitgliederbefragungen daher von zentraler Bedeutung.
In diesem Sinne liefern uns die Antworten der vorliegenden Befragung Hinweise, wie insbesondere unsere frauenpolitische Ausrichtung in Zukunft weiter entwickelt werden sollte.
Befragt wurden die Teilnehmerinnen nach den allgemeinen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit, der Vereinbarkeit von Beruf und familiärem / sozialem Umfeld sowie nach ihrem beruflichen Werdegang, wobei die Frage besonders berücksichtigt wurde, ob Frauen in ihrer eigenen Wahrnehmung die gleichen Chancen wie Männer haben.
Zu den allgemeinen Rahmenbedingungen wurden acht geschlossene Fragen mit zwei bis vier Antwortoptionen gestellt, zur Vereinbarkeit von Beruf und familiärem / sozialem Umfeld vier geschlossene Fragen mit zwei bis vier Antwortoptionen und zu dem beruflichen Werdegang fünf geschlossene Fragen mit jeweils vier Antwortoptionen.
In einem vierten Teil wurde der Wissensstand über die Gewerkschaft ver.di und insbesondere deren frauenpolitische Positionen abgefragt sowie die Bereitschaft, sich im Betrieb zu engagieren. Eine offene Frage bot die Möglichkeit, eigene Anregungen in Bezug auf das frauenpolitische Engagement von ver.di einzubringen.
In den ersten vier Fragen wurden allgemeine Daten abgefragt, um einordnen zu können, aus welchen Bereichen die Teilnehmerinnen kommen (Frage 1). Über zwei Drittel der Teilnehmerinnen kamen aus der IT-Branche (69%), ein Viertel aus dem Telekommunikationsbereich und 6% aus den IT-nahen Callcentern.
Die Altersgruppe (Frage 2) der 30 bis 45-Jährigen war mit 52% am stärksten repräsentiert, aber auch die über 45-Jährigen waren mit 36% vertreten. Hier bildet sich der demografische Wandel der Branchen ab – insbesondere die IT-Branche hat sich in den letzten Jahren von einer eher jungen Branche weg entwickelt und stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, mit den speziellen Bedürfnissen und Problemen auch älterer Beschäftigter umzugehen.
70% aller Teilnehmerinnen arbeitet in Vollzeit, 30% in Teilzeit (Frage 3). Wie und ob sich hier die Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit und Arbeitszufriedenheit unterscheiden, wird in der Auswertung ebenfalls nachvollzogen. Damit soll einer allgemeinen Annahme Rechnung getragen werden, nach der Frauen in Teilzeitanstellungen schlechtere Aufstiegschancen und Löhne / Gehälter haben.
Nur 3% der Beschäftigten hat keinen Abschluss (Frage 4). Duale Ausbildung und Hochschulabschluss halten sich in etwa die Waage, wobei der Akademikerinnen-Anteil mit 45% etwas niedriger ist gegenüber 52%, die eine duale Ausbildung abgeschlossen haben.
In die Einkommenskategorie (Frage 5) bis 20.000 pro Jahr fallen 20% der Befragten, 20.000 bis 40.000 pro Jahr verdienen 45% und über 40.000 pro Jahr haben 35% zur Verfügung. 5% der Teilnehmerinnen haben keine Aussage gemacht.
Die nächsten Fragen bezogen sich darauf, ob die Befragten nach eigener Einschätzung den gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit (Frage 6) sowie gleichwertige betriebliche Qualifizierungsangebote wie die männlichen Kollegen (Frage 7) erhalten. In beiden Fällen gehen 45% der Befragten davon aus, dass dem nicht so ist, 55% äußern dagegen die Einschätzung, gleich behandelt zu werden. Diese Werte – fast die Hälfte aller Befragten geht von einer Ungleichbehandlung aus – deuten auf eine signifikante Schieflage und ein ernst zu nehmendes Problem hin.
Differenziert man hier nach Vollzeit und Teilzeit sind die Bedingungen von Vollzeitkräften in der eigenen Wahrnehmung etwas besser – in Bezug auf Gehalt vermuten 46 % der Teilzeitkräfte und 43 % der Vollzeitkräfte, dass Männer und Frauen nicht gleich behandelt werden. In Bezug auf die Qualifizierungsangebote gehen 49 % der Teilzeitbeschäftigten und 43 % der Vollzeitbeschäftigten von einer Ungleichbehandlung aus.
Trotz häufig wahrgenommener Ungleichbehandlung sind 30% mit ihrer Arbeit zufrieden und 42% eher zufrieden – damit bewerten insgesamt gut zwei Drittel aller Befragten ihren Arbeitsplatz positiv. 21% sind eher unzufrieden und 7% unzufrieden. Die Werte für Arbeitsplatzzufriedenheit (Frage 8) sind damit besser als die Werte in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie / sozialem Umfeld und Beruf. Die relativ hohe Arbeitsplatzzufriedenheit muss also mit anderen, nicht abgefragten Faktoren zusammen hängen. Eine Möglichkeit ist der – in anderen Umfragen als positiv bewertete – Umgang unter Kolleginnen und Kollegen.
Die nächsten Fragen beziehen sich auf die Vereinbarkeit von Arbeit und familiärem bzw. sozialem Umfeld in Hinblick auf den Arbeitsort, die Arbeitszeit sowie die Kinder- und Familienbetreuung. Hier wurde außerdem faktisch abgefragt, ob der Arbeitgeber Kinderbetreuung anbietet.
Der Arbeitsort (Frage 9) wurde von 29% als gut vereinbar und von 45% als eher gut vereinbar mit der Familie oder dem sozialen Umfeld bewertet. 21% empfinden den Ort als eher schlecht und 5% als schlecht vereinbar mit Familie oder sozialem Umfeld.
Häufiger noch als der Arbeitsort wurden die Arbeitszeiten (Frage 10) in Bezug auf dei Vereinbarkeit als problematisch eingeschätzt: nur 20% halten die Arbeitszeiten für kompatibel, ebenfalls 45% bewerten sie als eher gut. 30% finden die Zeiten eher schlecht und 5% schlecht.
Auf die Frage hin, wie gut die Kinder- bzw. Familienbetreuung (Frage 11) funktioniert, damit eine Vereinbarkeit von Familie oder sozialem Umfeld mit dem Beruf gewährleistet ist, blieb der Anteil derjenigen mit positiver Einschätzung 50%: 18% wählten gut, 31% eher gut als Antwortkategorie. Der größte Anteil bewertet dies kritisch: 43 % als eher schlecht, 8% sogar als schlecht.
Kinderbetreuung (Frage 12) wird von 15% aller Arbeitgeber angeboten, 85% haben solche Angebote nicht. Das zeigt – neben der Tatsache, dass betriebliche Kinderbetreuung keinesfalls der Normalfall aber eben auch keine absolute Ausnahme mehr ist –, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zwar nicht ausschließlich von dem Engagement der Arbeitgeber abhängt, dass aber möglicherweise Zusammenhänge existieren.
Der berufliche Werdegang und insbesondere das individuelle Aushandeln der Bedingungen waren Gegenstand des nächsten inhaltlichen Blocks. Die Verhandlungsposition bei Einstellungsgesprächen (Frage 13) wird von einem etwas größeren Anteil von insgesamt 58 Prozent als eher gut bis gut eingeschätzt: Nur 11% bewerten diese Position als gut, 47% aber als eher gut. Dem gegenüber schätzen 38% die Position als eher schlecht und 4% als schlecht ein.
Betrachtet man die Ergebnisse für Teil- und Vollzeitbeschäftigte einzeln, verschiebt sich die Wahrnehmung: nur knapp 50 Prozent der Teilzeitbeschäftigte schätzen ihre Chancen bei Einstellungsgesprächen als gut bis eher gut ein. Dagegen schätzen über 60 Prozent der Vollzeitbeschäftigten ihre Chancen als gut bis eher gut ein.
Die Ausgangsposition bei Gehaltsverhandlungen oder Zielvereinbarungen (Frage 14) schneidet in der Selbstwahrnehmung demgegenüber deutlich schlechter ab. Hier steht einem guten Drittel der befragten Frauen, die die eigene Position als eher gut (31%) bis gut (6%) einschätzen, eine dominante Mehrheit gegenüber, die die eigene Position als eher schlecht (48%) bis schlecht (15%) wahrnimmt. Bemerkenswert ist hier, dass die schlechteste Kategorie bei vier Optionen, die in dieser Umfrage selten in den zweistelligen Prozentbereich kommt, hier mit 15% relativ hoch ist.
Die Chancengleichheit von Frauen und Männern bei Verhandlungen (Frage 16) wird von Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten sehr unterschiedlich bewertet. Während fast 60 Prozent aller befragten Vollzeitbeschäftigten die Chancengleichheit als gut bis eher gut wahrnehmen, sehen nur 40 Prozent der Teilzeitbeschäftigten eine gute bis eher gute Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern.
Hier zeigt sich, dass Teilzeitbeschäftigte allgemein mit schlechteren Rahmenbedingungen konfrontiert sind, als Vollzeitbeschäftigte und insbesondere gegenüber den männlichen Kollegen eher benachteiligt werden.
Eine Beratung speziell für Frauen zur Verhandlungsführung (Frage 16) wird von einer 2/3-Mehrheit als hilfreich eingeschätzt. Nur 4% finden eine solche Beratung nicht hilfreich (nein), 27% eher nicht hilfreich (eher nein), 32% eher hilfreich (eher ja) und 37% hilfreich (ja). Betont werden darf, dass die beste Kategorie (ja) hier von den meisten Befragten ausgewählt wurde, während ansonsten meist die abgeschwächten Varianten (eher ja / eher nein) signifikant bevorzugt werden.
Die Bedeutung und Wichtigkeit von allgemeingültigen kollektiven Regelungen, die Chancengleichheit sicherstellen (Frage 17), wird sogar noch höher eingeschätzt: 68% empfinden kollektive Regelungen als sehr wichtig und 23% als eher wichtig. Damit ist eine positive Bewertung von über 90% gegeben. 8% halten solche Regelungen für eher unwichtig, 1% für unwichtig.
Das Ergebnis kann auf zweierlei verweisen: darauf: erstens darauf, dass die Vorteile von Kollektivregelungen für die Beschäftigten durch die Branchen und Unternehmen hinweg gesehen und wertgeschätzt werden. Und zweitens darauf, dass viele davon ausgehen, dass Chancengleichheit von Frauen und Männern besser eingehalten wird, wenn es dazu verbindliche Regelungen gibt und die gerechte Behandlung von Frauen nicht dem Goodwill oder Bewusstsein der Arbeitgeber überlassen bleibt.
Die frauenpolitischen Positionen von ver.di (Frage 18) sind nicht sonderlich bekannt – zwar kennen 10% der Befragten die Positionen von ver.di hierzu gut, 29% kennen sie eher gut und 43% eher schlecht. 18% kennen die frauenpolitischen Positionen schlecht – ein hoher Wert für die negativste Wahlmöglichkeit in einer Vierer-Reihe.
In einer offenen Frage konnten die Befragten noch eigene Vorschläge (Frage 19) einbringen, womit sich der Frauenbereich von ver.di besonders beschäftigen sollte. Hier spiegeln sich einerseits die Themen der Umfrage, insbesondere was gleichwertige bzw. den Problemen angemessene Rahmenbedingungen und Chancen betrifft. Andererseits wurde von mehreren Befragten eine Vernetzung von Frauen untereinander eingefordert – und damit auch an die Eigenverantwortung appelliert. Die offenen Antworten sind vollständig bei den Ergebnisdaten der Umfrage, die sich im Angang befindet, mit aufgeführt.
Als allgemeines Fazit muss zunächst festgehalten werden: Auch im Jahr 2010 ist nicht gewährleistet, dass Frauen und Männer am Arbeitsplatz gleich behandelt und wertgeschätzt werden. Hier besteht nach wie vor Handlungsbedarf.
Insbesondere die Vereinbarkeit von Familie bzw. sozialem Umfeld und Beruf wird schlecht bewertet, wie die Umfrageergebnisse gezeigt haben. Die vielbeschworene Work-Life-Balance“ scheint nach wie vor theoretisch zwar in aller Munde, in der Praxis aber kaum umgesetzt zu sein. Hier müssen wir als Gewerkschaft aktiv werden.
Es existieren auch bei ver.di bereits gute Konzepte, wie die Vereinbarkeit von Familie bzw. sozialem Umfeld und Beruf besser gewährleistet werden kann. Auf diese Ansätze kann ebenso wie auf bereits gemachte Erfahrungen aufgebaut werden. Es fehlt aber an Akzeptanz und einer nachhaltigen und kontrollierten Umsetzung. Diese Diskussionen müssen geführt und angestoßen werden – in den Betrieben aber auch gewerkschaftsintern.
Auch die Chancengleichheit von Männern und Frauen ist nicht gegeben – das zeigen die Ergebnisse mehr als deutlich, insbesondere im Hinblick auf Frauen in Teilzeitbeschäftigung.
Wichtiger Impuls aus der Umfrage ist hier, insbesondere die Akzeptanz für Teilzeitarbeit – auch in Führungspositionen – zu erhöhen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Teilzeitarbeit „normal“ ist und als gleichwertige Alternative zum Vollzeitjob anerkannt wird.
Erfreulich ist die hohe Anerkennung, die kollektiven Regelungen – wie etwa Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen, aber auch Gesetzen – zugesprochen wird.
Hier lohnt sich ein genauer Blick, was bereits an Regelungen und Vereinbarungen existiert und wo noch weiße Flecken bestehen. Existierende Regelungen müssen bekannt gemacht und durchgesetzt werden – oftmals besteht hier leider keinesfalls Übereinstimmung zwischen Theorie und Praxis. Dieser Aufgabe werden wir uns als Gewerkschaft stellen und entsprechend nachsteuern.
Regelungen, die für einzelne Unternehmen entwickelt wurden, können zudem als Vorlage für diejenigen Unternehmen dienen, die noch nicht über solche Vereinbarungen verfügen. Ein wichtiger Schritt ist hier sicherlich, den gewerkschaftlichen Organisierungsgrad zu erhöhen, um bessere Voraussetzungen zu schaffen, solche Regelungen gegenüber dem Arbeitgeber durchzusetzen.
Dazu ist eine bessere Vernetzung der Akteure wünschenswert. Hier sehen wir als Gewerkschaft uns in der Verantwortung.
Auch sind insbesondere die frauenpolitischen Positionen von ver.di noch nicht sonderlich bekannt – um dem entgegenzuwirken, werden wir verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betreiben.
Als erste praktische Konsequenz der Umfrage haben wir bereits ein Training entwickelt, um Frauen auf Verhandlungen mit dem Arbeitgeber vorzubereiten.
Unser eintägiges Training richtet sich an Frauen in der IT- und TK-Branche und will sie dabei unterstützen, ihre Interessen in Verhandlungen besser durchzusetzen. Mit professionellen Trainerinnen und Coacherinnen in einem Kreis von höchstens zwölf Frauen wird eine gute Grundlage für das nächste Verhandlungsgespräch gelegt. Dabei kann das Training spezifisch auf bestimmte Verhandlungsthemen ausgerichtet werden, etwa die Zielvereinbarung, und auch unternehmensspezifische Grundlagen, etwa Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen, einbeziehen.
Es werden zunächst die theoretischen wie praktischen Hintergründe erfolgreichen Verhandelns geklärt, um dann im geschützten Rahmen des Trainings zu üben und an den individuellen Stärken und Schwächen zu arbeiten.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Vor- und Nachbereitung des Verhandlungsgesprächs. Das beinhaltet u.a. die Selbstpositionierung, die Formulierung von Zielen und den Umgang mit Tücken in der Gesprächsführung. Da sich erfahrungsgemäß viele Fragen erst in der Praxis ergeben, wird ein weiterer Schwerpunkt die Simulation von Verhandlungssituationen sein. So können Probleme und Stärken in der Durchführung geübt und gemeinsam reflektiert werden.
Ein gewünschter und erwarteter Nebeneffekt ist die bessere Vernetzung von Frauen in der Branche, um sich gegenseitig zu unterstützen, auszutauschen und frauenspezifische Positionen besser zu vertreten.
Insgesamt bedeuten die Ergebnisse der Umfrage für ver.di, dass wir unsere gewerkschaftlichen Aktivitäten in folgenden Punkten intensivieren wollen:
1. Gezielte Förderung und Unterstützung von Frauen durch Trainingsangebote, um bessere Ausgangspositionen für Frauen in Verhandlungen zu erreichen.
2. Regelmäßige frauenspezifische Brancheninformationen sowie Informationen über die frauenpolitischen Aktivitäten von ver.di z.B. über einen Newsletter anzubieten.
3. Überwachung kollektiver Regelungen, die dazu dienen, die Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu gewährleisten.
4. Impulse in die öffentliche ebenso wie in die betriebliche Diskussion zu geben, um das allgemeine Bewusstsein für frauenspezifische Themen und Fragen zu schärfen.
5. Begleitung und Unterstützung von betrieblichen Maßnahmen, die dazu dienen, die Situation von Frauen im Arbeitsleben zu verbessern.
Wichtig ist das Netzwerken – die Gewerkschaft ver.di ist mein Netz, in das ich mich fallen lassen kann. Nur gemeinsam sind wir stark und bilden ein Gegengewicht zum Arbeitgeber.
Bettina B., freigestellte Betriebsrätin, Stuttgart
© 2012 ver.di Fachbereich TK/IT