Am 12. April 2011 bin ich in der konstituierenden Sitzung des Frauenvorstandes zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Gleichzeitig wurde ich von den Frauen als ihre Vertreterin in den Bundesfachbereichsvorstand entsandt. Auf der Bundesfachbereichskonferenz wurde ich von den Delegierten zur stellvertretenden Vorsitzenden des Bundesfachbereichsvorstands gewählt.
In all diesen Ämtern trete ich die Nachfolge von Ursula Leuschner an und sehe meine Aufgabe darin, gemeinsam mit dem neuen Frauenvorstand die bisherige gute Arbeit weiterzuführen. Sicherlich keine leichte Aufgabe, wenn ich auf die letzten acht Jahre zurückblicke, in denen der Frauenvorstand eine erfolgreiche Arbeit für die Kolleginnen im Fachbereich geleistet hat und sich im und auch außerhalb des Fachbereichs einen guten Ruf erworben hat.
Der Frauenvorstand besteht aus elf Mitgliedern. Die Kolleginnen im Frauenvorstand werden nicht von der Bundesfachbereichskonferenz der Frauen gewählt, sondern aus den Frauengremien der Landesbezirksfachbereiche und aus der Bundesfachbereichskonferenz der Jugend entsandt. In unserem Frauenvorstand sind sowohl Vertreterinnen aus dem alten Vorstand als auch neue Kolleginnen und ich glaube, genau diese Mischung ist richtig, um die erfolgreichen Projekte weiterzuführen und offen und engagiert zu sein für neue Aufgaben.
Um der neuen Vorsitzenden ein Gesicht zu geben möchte ich mich persönlich vorstellen. Mein Name ist Christiane Pachulski, ich bin älter als 50 Jahre und bereits Großmutter. In meinem beruflichen Leben bin ich stellvertretende Betriebsratsvorsitzende in der Deutschen Telekom Kundenservice GmbH in der Region West.
Bereits seit den 1970er Jahren engagiere ich mich in der gewerkschaftlichen Frauenarbeit, denn sehr früh musste ich erkennen, dass Männer und Frauen zwar nach dem Gesetz gleich sind, aber dieser gesetzliche Anspruch im wahren Leben nicht ankommt. Immer noch verdienen Frauen weniger als Männer und ihre Aufstiegschancen sind trotz erstklassiger Schul- und Hochschulabschlüsse schlechter als die ihrer vergleichbaren Kollegen. Aus diesem Grunde kann ich nicht ruhen, muss ich weiterarbeiten, denn ich will etwas verändern und sehe auch gute Chancen dazu.
In den ersten Jahren meiner ehrenamtlichen gewerkschaftlichen Arbeit habe ich mich auf die Frauenpolitik beschränkt, habe aber für mich persönlich nach einiger Zeit erkannt, dass wir Frauen nur dann etwas verändern können, wenn wir überall mitreden, auch an den Schaltstellen der Macht. Ich engagiere mich seit Jahren in NRW im Frauenvorstand des Fachbereichs TK/IT und war viele Jahre Mitglied im Landesfrauenrat, einem Gremium, das sich zur Aufgabe gemacht hat, über alle Fachbereiche und Bezirke hinweg Frauen- und Gleichstellungspolitik in NRW erfolgreich zu gestalten.
In die politische Arbeit des Landesbezirksfachbereichs habe ich mich aktiv eingebracht und bin Mitglied im Vorstand und im geschäftsführenden Vorstand. Und auch aus dieser Konstellation zeigt sich für mich wieder der berechtigte Anspruch der Frauen, Entscheidungen aktiv mit zu gestalten und sich einzumischen. Denn wir können Benachteiligungen von Frauen nur dann entgegen wirken, wenn wir bei allen politischen Entscheidungen immer auch einen Blick aus Frauensicht darauf werfen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass Gewerkschaftsarbeit nur dann erfolgreich ist, wenn sie Männern und Frauen gerecht wird. Deshalb möchte ich zusammen mit Kolleginnen und Kollegen daran arbeiten, auf diesem Weg ein Stück weiter zu kommen.
Mit den Teilnehmerinnen der Bundesfachbereichskonferenz der Frauen haben wir die Probleme der Frauen in kleinen Gruppen an Stehtischen diskutiert und so die Arbeitsschwerpunkte für die nächsten vier Jahre – den Zeitraum bis zur nächsten Konferenz – herausgefiltert. Die Delegierten unserer Frauenkonferenz haben uns ihre Aufträge auf die Tischdecken geschrieben und uns so das Arbeitsprogramm für die nächsten vier Jahre mitgegeben. In einer zweitägigen Klausurtagung planen wir, uns diesen Arbeitsaufträgen intensiv zu widmen, sie zu konkretisieren und den Ablauf der Umsetzung festzulegen.
Ich freue mich auf die neuen Aufgaben, denn gemeinsam mit meinen Kolleginnen aus dem Frauenvorstand werden wir die Herausforderungen erfolgreich meistern, davon bin ich fest überzeugt.
Ich bin seit fast 30 Jahren aktives ver.di-Mitglied – das hat meine persönliche Entwicklung entscheidend geprägt. Meine Überzeugung ist, dass jede Interessensvertretung und jeder Betrieb eine starke gewerkschaftliche Anbindung benötigt. So kann man am besten mitwirken, mitgestalten und mitbestimmen – im Sinne aller Beschäftigten.
Gisela K., Betriebsratsvorsitzende, Bamberg
© 2012 ver.di Fachbereich TK/IT