Die Initiative ICH BIN MEHR WERT setzt sich gemeinsam mit der Vereinten Diensleistungsgewerkschaft ver.di dafür ein, dass Leiharbeit gleichwertig behandelt wird. Dabei gilt: je mehr Leiharbeitnehmer/innen sich gewerkschaftlich organisieren, desto besser können ihre Interessen vertreten werden.
Um aber schon hier und heute zu unterstützen, haben wir Informationen und Tipps zusammen gestellt:
Weitere Informationen zum Thema Leih- und Zeitarbeit gibt es unter http://www.hundertprozentich.de.
Übrigens:
Sie können der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di online beitreten.
Leiharbeit gewinnt auch in der IT-Branche zunehmend an Bedeutung. Sie hat sich in den letzten Jahren zu einer echten Alternative zum Outsourcing entwickelt.
Denn das Outsourcing der eigenen IT-Abteilung hat Nachteile, so die Einschätzung einiger beratender Rechtsanwälte aus der Branche: Die IT-Frachkräfte sind nicht mehr ständig verfügbar. Längere Reaktionszeiten führen zu Verzögerungen bei der Problemlösung. Arbeitsabläufe und Arbeitsorganisation werden vom IT-Unternehmen gesteuert und unterliegen nur begrenzt dem eigenen Einfluss.
Bei der Leiharbeit dagegen behält der Unternehmer die Kontrolle über die IT-Mitarbeiter und wälzt nur das Arbeitsrechts- und Beschäftigungsrisiko ab. Diese Erkenntnis hat in über 42.600 Unternehmen in ganz Deutschland dazu geführt, dass nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz Leiharbeitskräfte eingesetzt werden.
Nach den letzten aktuellen Zahlen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) waren im August dieses Jahres knapp 900.000 Menschen über einen Zeitarbeitsvertrag beschäftigt. Das sind so viele wie noch nie. Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl der Leiharbeiter/innen in diesem Jahr noch auf über eine Million steigen wird.
Ehemals ein Instrument, um Produktionsspitzen abzufangen, ist die Leiharbeit inzwischen das arbeitsmarktpolitische Instrument, mit dem die Betriebe, Unternehmen und Konzerne Lohnkosten senken.
Und das sagen die Zahlen des IW auch: Mehr als die Hälfte der Leiharbeiter/innen sind unter 35 Jahre, junge Menschen, die in unsicheren Arbeitsverhältnissen stecken.
Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit vom ersten Tag an gibt es allerdings sehr selben in der Leiharbeit. Es gibt auch keine Begrenzung der Höchstüberlassungsdauer, was so viel heißt wie, einmal Leiharbeiter, immer Leiharbeiter. Deshalb kommt auch eine Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der Deutschen die Leiharbeit ablehnen. Und 87 Prozent halten die ungleiche Bezahlung für ungerecht.
Das Gerechtigkeitsgefühl der Deutschen regt sich immer mehr, und macht sich auch in Tarifverhandlungen bemerkbar. Unlängst wurde in der nordwestdeutschen Stahlindustrie der erste Flächentarifvertrag abgeschlossen, der für Leiharbeiter/innen die gleiche Bezahlung festschreibt.
Die ver.di-Vizevorsitzende Magret Mönig-Raane kommentiert: „Ich gehe fest davon aus, dass die Behandlung von Leiharbeitern künftig in Tarifverhandlungen immer Teil der Forderungen sein wird.“
Wichtig ist das Netzwerken – die Gewerkschaft ver.di ist mein Netz, in das ich mich fallen lassen kann. Nur gemeinsam sind wir stark und bilden ein Gegengewicht zum Arbeitgeber.
Bettina B., freigestellte Betriebsrätin, Stuttgart
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