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  5. | Newsletter vom 02.05.2018

United Internet, RTL und ProSiebenSat.1 starten Log-in-Allianz

Mit Gründung einer European NetID Foundation wollen die Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 und United Internet einen zentralen DSGVO-konformen Log-In-Dienst anbieten unter dem Namen "NetID". Mit NetID soll jedem Nutzer bei seinem Account-Provider ein standardisiert gestaltetes Privacy Center zur Verfügung gestellt werden, das Transparenz über die persönlichen Daten garantieren soll. So sollen Nutzer an nur einer Stelle ihre Daten verwalten, das Passwort ändern sowie Einwilligungen erteilen oder widerrufen können. Persönliche Daten sollen nur nach Zustimmung des Nutzers zwischen den Account-Providern und Internet-Diensten übertragen werden.

Die beteiligten Unternehmen erreichen zusammen rund 50 Millionen Internetnutzer und "bringen die für den Projekterfolg kritische Größe bereits mit", hoffen sie. Positioniert ist der Dienst gegen die Login-Dienste von Facebook und Google.

 

Leak bei Amazon offenbart Prime-Kalkulation

Der Nachrichtenagentur Reuters liegen interne Dokumente von Amazon vor, die einen Einblick in die Kalkulation von Amazons Streaming-Dienst Prime Video erlauben. Demnach hat der Dienst vor allem den Sinn, um Neukunden zu einer Prime-Mitgliedschaft zu bewegen und zu profitablen Stammkunden zu machen. Von Ende 2014 bis Anfang 2017 soll das Unternehmen nach den Reuters vorliegenden Dokumenten allein mit Hilfe von Prime Video fünf Millionen neue Prime-Kunden gewonnen haben. Das ist ein Viertel aller Prime-Neuzugänge in diesem Zeitraum. Diese Kunden, so die Amazon-Kalkulation, werden später mehr und häufiger (und zudem oft teurer - siehe iBusiness: Die Prime-Lüge - Warum Amazon-Kunden immer draufzahlen ...) bei Amazon bestellen, als Nicht-Prime-Kunden. Konsequenterweise betrachtet Amazon die Produktionskosten seiner Inhalte denn auch als Akquisitionskosten neuer Kunden. Amazon geht dabei davon aus, dass ein Kunde wegen der Serie, die er zuerst ansieht ("First-Stream"), Prime-Kunde geworden ist. Um die Akquisekosten zu berechnen, werden die Produktionskosten auf die Zahl der First-Stream-Kunden umgelegt. Besonders günstig hat nach dieser Berechnung offenbar die Auto-Sendung "The Grand Tour" abgeschnitten. Jeder Prime-Neukunde kostete 49 US-Dollar.

 

LG München: Dash-Buttons verstoßen gegen Informationspflicht

Amazons Dash-Button verstößt gegen wesentliche Informationspflichten im E-Commerce. Das hat das Landgericht München festgestellt. Da das Urteil (Az.: 12 O 730/17) noch nicht rechtskräftig ist, kann Amazon Berufung einlegen.

Amazon hatte die Dash Buttons Mitte 2016 in Deutschland eingeführt, damit auf Knopfdruck Bestellungen von Artikeln des täglichen Bedarfs (Waschmittel, Toilettenpapier, Shampoo, etc.) bestellt werden können (iBusiness berichtete). Dabei ist ein Dash-Button allein auf Waren einer bestimmten Marke festgelegt. Das konkrete Produkt wird vom Nutzer über die Amazon Shopping App festgelegt. Obwohl der Preis des hinterlegten Produktes variieren kann, wird die Bestellung ohne weitere Rückfrage ausgeführt. Der Richterspruch des Landgerichts München I stellt nun klar, dass dieses Vorgehen nicht den Informationspflichten genügt. Amazon muss den Kunden unmittelbar vor Absenden der Bestellung über den Preis und die tatsächlich bestellte Ware informieren. Bisher werden diese Informationen erst nach dem Drücken des Buttons zur App gesendet, also nach der Bestellung.

 

Löhne: Deutsche IT-Branche hat größten Gender Gap weltweit

Honeypot hat den Index Frauen in der IT-Branche 2018 veröffentlicht. Die Ergebnisse machen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im Allgemeinen und in der IT-Branche deutlich. Die Jobbörse legt einen besonderen Fokus auf Stellen für Software-EntwicklerInnen und möchte mit der Analyse der Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der IT-Branche ihre Rolle als BranchenexpertInnen stärken.

Der Anteil von Frauen in der IT-Branche ist nach wie vor gering. So liegt der Anteil weiblicher IT-Fachkräfte bei Apple bei 23 Prozent, bei Google sind es 20 und bei Facebook und Amazon sind es jeweils 19 Prozent - der Anteil der Frauen an den Erwerbstätigen in den USA liegt hingegen bei 43 Prozent.

Der unbereinigte Gender Pay Gap liegt hierzulande bei 21 Prozent, in der Tech-Branche sind es laut Honeypot sogar 25 Prozent. Ausgewertet wurden dafür OECD- und Eurostat-Daten.

 
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Skandal um Cambridge Analytica: Facebook kommt nicht zur Ruhe

Wer drauf gewettet hatte, dass Facebook seinen Datenskandal um die Wahlkampagnen-Firma Cambridge Analytica aussitzen kann, hat zunehmend schlechte Karten: Nun soll das Unternehmen auch noch über einen Aufsichtsrat mit dem zweifelhaften Analyseanbieter verbandelt sein.

Der Deutsche Peter Thiel  ist Trump-Unterstützer und Facebook-Aufsichtsrat - und er besitzt eine eigene Datenanalyse- und Software-Firma namens Palantir. Deren  Mitarbeiter sollen Kontakt zu Mitarbeitern von Cambridge Analytica gehabt haben.  Damit ergibt sich eine Verbindung von der unter Beschuss stehenden Analysefirma Cambridge Analytica in die Chefetage von Facebook. Genaues - wie etwa, ob Daten auch mit Wissen von höchster Ebene zwischen den Firmen ausgetauscht wurden - weiß man nicht, doch kann Facebook-Chef Mark Zuckerberg genau solche Entwicklungen aktuell nicht gebrauchen, denn es läutet die nächste Runde der existentiellen Krise ein, in die ihn Cambridge Analytica gestürzt hat. Mitte April soll Zuckerberg vor dem Kongress zum Skandal aussagen.

 

Blockchain wird jetzt auch in Europa erforscht

Vier Forschungseinrichtungen haben ein Rahmenabkommen unterzeichnet, mit dem die 'Blockchain Advanced Research und Technologie' konkret umgesetzt werden soll. Mit dem in der üblichen Fördermittel-Abkürzungsart 'BART' genannten Projekt wollen etwa dreißig Forscher sechs Jahre lang ihre Kompetenzen bündeln, um an dieser disruptiven Technologie zu entwickeln.

Das Forschungszentrum für Informatik und Automatik (Inria), zwei Forschungszentren des Institut Mines Telecom und das Institut für Technologieforschung (IRT SystemX) wollen ihre Fähigkeiten im Bereich Blockchains bündeln. Die Forschungen sind auf sechs Schwerpunktthemen ausgerichtet: Theoretische Modelle, Skalieren und Überwachungswerkzeuge, Sicherheit, Architektur, Datenschutz und wirtschaftliche Modelle / Regulierung. In der ersten Phase werden ab 2018 mindestens vier Doktorarbeiten vom IRT System X finanziert.

 

Studie: Künstliche Intelligenz macht Unternehmen anfälliger für Großschäden

Künstliche Intelligenz (KI) macht Unternehmen anfälliger für Großschäden durch Cyberangriffe und technisches Versagen - Verantwortung verlagert sich vom Menschen auf die Maschine: Unternehmen sehen sich vor neuen, vielfach noch ungeklärten Haftungsfragen, so eine Studie.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bringt Unternehmen viele Vorteile wie höhere Effizienz, weniger repetitive Aufgaben und einen besseren Kundenservice. Gelangt die Technologie jedoch in die falschen Hände, könnten die potenziellen Gefahren den großen Nutzen schnell nivellieren. So steigert die allgegenwärtige Vernetzung die Anfälligkeit gegenüber böswilligen Cyberangriffen oder technischem Versagen, die zu großflächigen Ausfällen und enormen finanziellen Verlusten führen können. Unternehmen sehen sich zudem mit neuartigen Haftungsfragen konfrontiert, da sich die Verantwortung für Handlungen vom Menschen auf die Maschine verlagert.

In ihrer neuen Studie „The Rise of Artificial Intelligence: Future Outlook and Emerging Risks" identifiziert die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) einerseits die Vorteile der zunehmenden Implementierung von KI in Wirtschaft und Gesellschaft, weist aber auch auf entstehende Risiken durch die neue Technologie hin.  KI erhöht die ohnehin wachsende Gefahr durch Cyberrisiken weiter, die laut dem Allianz Risk Barometer 2018 bereits eine der größten Bedrohungen für Unternehmen darstellen: So könnte KI-gestützte Software zwar einerseits das Cyberrisiko für Unternehmen durch eine bessere Erkennung von Angriffen reduzieren, andererseits aber ebensolche Angriffe erleichtern, weil Planung und Durchführung einfacher werden. Ein- und derselbe Hackerangriff - oder alternativ auch ein Programmierungsfehler - könnten auf zahlreichen Rechnern repliziert werden. Dadurch werden große globale Cybervorfälle wahrscheinlicher, die laut Lloyds Schäden in Höhe von mehr als 50 Mrd. US-Dollar verursachen könnten.

 

Quantencomputer: Fraunhofer-Institut warnt vor "Krypto-Super-Gau"

Kryptografie muss dringend flexibler werden, um schnell auf technische Veränderungen reagieren zu können. Falls dies nicht umgehend geschieht, droht der Cyberwelt ein Supergau. Denn egal ob Online-Banking oder Blockchain - die meisten IT-Sicherheitsmechanismen beruhen auf Kryptografie. Quantencomputer und neue Angriffsmöglichkeiten bedrohen zahlreiche dieser IT-Sicherheitsmechanismen, warnen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die während der vom Fraunhofer SIT organisierten Eberbacher Gesprächs die Zukunft der Kryptografie diskutierten. Derzeit liefert sich die Industrie ein Wettrüsten mit Angreifern, die versuchen, kryptografische Schlüssel, Protokolle oder Implementierungen zu brechen. Heute weit verbreitete kryptografische Verfahren sind dabei einer ständigen Erosion ausgesetzt: Die Steigerung der Rechenleistung erzwingt eine regelmäßige Anpassung und Erhöhung von Schlüssel-Längen und Sicherheitsparametern.

Die vom Fraunhofer SIT eingeladenen IT-Sicherheitsexperten empfehlen, Mindeststandards für IT-Sicherheitslösungen in Wirtschaft und Industrie zu entwickeln, um mehr Business-IT-Sicherheit zu gewährleisten.  Die Experten appellieren an EU-Entscheidungsträger, rechtzeitig in die Entwicklung neuer Kryptografie-Alternativen zu investieren. Die USA sind bereits dabei, alternative kryptografische Verfahren zu standardisieren.

 
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Studie: Bitcoin bleiben als Zahlungsmittel ungeeignet

Die Kryptowährung Bitcoin ist als tägliches Zahlungsmittel ungeeignet. Zu diesem Ergebnis kommt der Macromedia-Absolvent Marc Behlau in der Studie "Chancen und Risiken von Bitcoin als Tausch- und Zahlungsmittel“. Hauptgründe für die negative Einschätzung sind die langen Latenzzeiten in der Zahlungsabwicklung sowie die hohe Volatilität der Kryptowährung. Während auf technologischer Seite bereits an zentralisierten Lösungen für die Verkürzung der Zahlungsabwicklung gearbeitet werde, sei die Volatilität auf das Verhalten der Marktteilnehmer zurückzuführen. Und deren Hauptinteresse gelte aktuell nicht dem Einsatz als Zahlungsmittel, sondern der Nutzung von Bitcoin als (riskante) Geldanlage - eine Folge der Asset-ähnlichen Eigenschaften des Mediums.

 

Retail Report 2018: Kunden erwarten intelligentere POS

Der aktuelle Adyen Retail Report bestätigt, dass Kunden eine stärkere Verknüpfung von Online- und Offline-Shopping und personalisierte Shopping-Experience erwarten. Immerhin für 58 Prozent ist jedoch die Schnelligkeit beim Bezahlprozess am wichtigsten. Für Lebensmittel gehen 90 Prozent lieber selbst einkaufen als diese im Netz zu bestellen, dasselbe gilt bei Beauty-Produkten, alkoholischen Getränken, DIY-Produkten, Möbeln und sogar bei Schuhen. Ausnahme: Wenn es um Mode geht, schätzen Verbraucher das Einkaufserlebnis online und offline gleichermaßen (zu jeweils 41 Prozent).

Obwohl die Filialen nach wie vor zentrale Verkaufsfläche sind, wünschen sich Kunden die Vernetzung mit Online-Profilen, Verfügbarkeitsbenachrichtigungen und flexible Liefer-Rückgabe-Optionen online sowie beim Kauf in der Filiale. Auch wenn die Möglichkeit, Produkte mit anderen vergleichen zu können, insbesondere im Ladengeschäft, von zwei Dritteln (67 Prozent) der Konsumenten besonders hervorgehoben wird, ist auch die Tatsache, vor Ort angesehene Produkte auch gleich mitnehmen zu können, für jeden zweiten Käufer entscheidend für den Gang ins Ladengeschäft. Doch auch beim Retailer gibt es Kritikpunkte, wie eine schlechte Verkehrsanbindung, unpassende Öffnungszeiten und ein zu hoher Betrieb im Geschäft und in den Umkleiden, die negativ auf die Zufriedenheit einzahlen. Insbesondere die Warteschlangen (58 Prozent), aber auch unzulängliche Erreichbarkeit ärgern 40 Prozent der Kunden.

 

Zukunft der Arbeit: Vier von zehn deutschen Firmen erlauben Homeoffice

Vier von zehn Arbeitgebern (39 Prozent) lassen ihre Mitarbeiter ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten. Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil um 9 Prozentpunkte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Bitkom. Demnach wird sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen. Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) erwartet, dass der Anteil der Homeoffice-Mitarbeiter in den kommenden fünf bis zehn Jahren weiter steigen wird. 46 Prozent gehen von einer konstanten Entwicklung aus.

 

IoT-Sicherheit: Ausgaben steigen 2018 über 1,5 Milliarden US-Dollar

Die weltweiten Ausgaben für IoT-Sicherheit werden sich 2018 auf 1,5 Milliarden US-Dollar belaufen, prognostiziert das Beratungsunternehmen Gartner. Dies ist ein Wachstum von 28 Prozent gegenüber den Ausgaben 2017 in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar.

Laut der aktuellen Studie der zu Gartner gehörenden CEB haben fast 20 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen drei Jahren mindestens einen IoT-basierten Angriff beobachtet. Gartner sagt voraus, dass der größte Kostentreiber vor allem basierend auf der mangelnden Ausstattung und unzureichenden Priorisierung und Implementierung geeigneter Sicherheits-Tools und Instrumente bis 2020 weiterhin bestehen wird.

Insbesondere die Ausgaben für die Betreuung und Services für IoT-Sicherheit steigen deutlich. Diese Positionen werden bis zu 80 Prozent der Ausgaben ausmachen. Mit ein Faktor sei, dass gerade bei IoT-Initiativen Unternehmen häufig keine Kontrolle über die Quelle und Art der Software und Hardware, die die smarten, vernetzten Geräte einsetzen, hätten, so die Analysten von Gartner.

 
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Sechs von zehn Videoabrufen erfolgen über mobile Geräte

Der Anteil der Videoaufrufe auf mobilen Geräten überstieg im vierten Quartal 2017 weltweit erstmals die Marke von 60 Prozent (60,3 Prozent). Das ist eines der Ergebnisse des Global Video Index Q4 Reports von Ooyala. Über alle Geräte hinweg, einschließlich Smartphones, Tablets, Connected TVs und PCs, stieg der Konsum von mittellangen und langen Inhalten auf über 50 Prozent.

Eine der größten Veränderungen der Sehgewohnheiten gab es bei PCs. Hier ist der Konsum von langen Videos im vierten Quartal auf lediglich 37 Prozent gesunken - der niedrigste Wert seit dem ersten Quartal 2016, als dieser Wert 35 Prozent betrug. Auf der anderen Seite ist der Anteil von kurzen Videos, die auf PCs angeschaut werden, auf 50 Prozent gestiegen, mehr als bei allen anderen Geräten. Dort ist der Anteil von kurzen Videos seit mehreren Jahren auf einem Tiefstand. Bei Smartphones liegt der Anteil bei 44 Prozent, bei Tablets bei 26 Prozent und bei Connected TV-Geräten bei 0,7 Prozent.

 

Versicherungsbranche: Jeder zweite CEO besorgt über Geschwindigkeit des digitalen Wandels

Kaum eine Branche ist durch die Folgen der Digitalisierung derart verunsichert wie die der Versicherungen, zeigt der globale "CEO Survey" von PwC. Mehr als jeder zweite Versicherungs-Chef (51 Prozent) ist "äußerst besorgt" über die Geschwindigkeit des technologischen Wandels (industrieübergreifend: 38 Prozent). Dazu passt, dass 82 Prozent der Versicherungs-CEOs die technologischen Veränderungen als regelrecht "disruptiv" für ihr eigenes Geschäftsmodell bezeichnen. Auch das ist deutlich mehr als im Durchschnitt aller Branchen (68 Prozent). Trotzdem geben sich 49 Prozent der Versicherungsmanager "zuversichtlich" und 43 Prozent sogar "sehr zuversichtlich", was die mittelfristigen Wachstumsaussichten ihres eigenen Unternehmens angeht.

 

Studie: Markt für Big Data wächst in Deutschland zweistellig

Deutschland ist ein Wachstumsmarkt für Big Data. Im Jahr 2018 werden mit Hardware, Software und Services für Big-Data-Anwendungen voraussichtlich 6,4 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigen Berechnungen des IT-Marktforschungsunternehmens IDC im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Das wachstumsstärkste Big-Data-Segment für das Jahr 2018 ist der Bereich Hardware. Mit einem Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr werden damit in Deutschland voraussichtlich 671 Millionen Euro umgesetzt. Den höchsten Umsatz im Big-Data-Markt erwirtschaftet jedoch weiterhin die Software-Sparte. Im laufenden Jahr sollen damit 3,1 Milliarden Euro erlöst werden, ein Plus von neun Prozent. Mit Dienstleistungen rund um Big-Data werden die Unternehmen im laufenden Jahr rund 2,6 Milliarden Euro erwirtschaften. Im Vorjahresvergleich wächst demnach auch dieses Segment zweistellig um elf Prozent.

 

Studie: Immer mehr IT-Freelancer machen Datenanalysen

Vier von zehn deutschen Großunternehmen (37 Prozent) rechnen damit, dass der Bedarf an IT-Freelancern zur Bewältigung der Big Data Analysen steigen wird, mehr als die Hälfte (56 Prozent) geht zumindest von einer konstanten Entwicklung aus.

Der Bedarf an freiberuflichen Big-Data-Experten steigt mit der Größe des Unternehmens: Von den Unternehmen mit mindestens 2.000 Mitarbeitern erwarten sogar 45 Prozent eine steigende Nachfrage. Branchenübergreifend ist Big Data für die Mehrheit der Unternehmen ein wichtiges Thema. Neun von zehn Unternehmen (87 Prozent) haben bereits mindestens ein Big-Data-Projekt umgesetzt, ein solches bereits geplant oder setzen es momentan um. Die Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass die ab Mai 2018 geltende, neue Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) Big-Data-Projekte durch die klaren Regelungen innerhalb der EU erleichtert (57 Prozent) und die Möglichkeiten, die Big Data bietet, nicht einschränkt (62 Prozent). Das geht aus einer repräsentativen Befragung von IT-Entscheidern in Unternehmen ab 500 Mitarbeitern in Deutschland hervor, die Bitkom Research im Auftrag des Personaldienstleisters Etengo (Deutschland) AG durchgeführt hat. Die Fähigkeit, große Datenmengen intelligent zu analysieren, sei ein Wettbewerbsfaktor. IT-Freelancer sind demnach für viele Unternehmen unverzichtbar. Für drei von vier der befragten Unternehmen (72 Prozent) haben IT-Freiberufler nach wie vor eine große Bedeutung, dies ist eine Steigerung um 2 Prozentpunkte im Vergleich zu früheren Erhebungen. Am wichtigsten sind IT-Freiberufler im Industriesektor (75 Prozent), gefolgt von den Branchen Dienstleistungen (72 Prozent) und Handel (66 Prozent). Darüber hinaus zeigt die Studie deutlich, dass IT-Freelancer auch künftig äußerst gefragt sein werden: Mehr als die Hälfte (59 Prozent) geht davon aus, dass deren Bedeutung in den kommenden sechs Monaten weiter zunehmen wird. Das ist der höchste bisher gemessene Wert seit der ersten Messung des Etengo-Freelancer-Index (EFX).

 

Im vergangenen halben Jahr leisteten Freiberufler knapp ein Viertel (23 Prozent) der Arbeitsstunden des gesamten IT-Projektvolumens. In den kommenden sechs Monaten wird der Anteil den Erwartungen zufolge um 5 Prozentpunkte auf 28 Prozent steigen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (58 Prozent) rechnet mit einem steigenden Anteil der von Freiberuflern geleisteten Arbeitsstunden am Projektvolumen. Nur 8 Prozent gehen von einem Rückgang aus.

 
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Investitionen: Mehrheit der Firmen wird 2018 mehr Geld in IT-Sicherheit stecken

Drei von vier Unternehmen (74 Prozent) wollen ihre Investitionen in IT-Sicherheitslösungen im Jahr 2018 steigern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des IT-Sicherheitsunternehmens F-Secure unter 750 Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland. Vor allem in den Finanz- und Versicherungsbranchen sollen die Budgets für IT-Sicherheit erhöht werden. 41 Prozent der Finanzdienstleister und Versicherungen geben an, dass ihre Investitionen in IT-Sicherheit im Jahr 2018 sogar stark zunehmen werden verglichen mit dem Vorjahr.

Schwierigkeiten bereitet Unternehmen vor allem der zunehmende Einsatz von Cloud Computing. 43 Prozent der Unternehmen sehen diese Entwicklung als größte Herausforderung für ihre IT-Sicherheit in den kommenden zwei Jahren. Weitere Herausforderungen beim Thema Sicherheit sehen die Befragten in der Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen (34 Prozent), den zunehmend professionelleren Angriffen auf IT-Systeme sowie auch in der steigenden Vernetzung durch Internet of Things (21 Prozent).

 

DSGVO-Reaktion: Google startet alternatives Advertising-Programm

Suchmaschinen- und Onlinewerbe-Gigant Google lanciert ein alternatives Werbeangebot - dabei können Advertiser nicht-getargetete Anzeigen ausspielen, berichtet Marketingdive. Die Ads werden dann etwa umfeldbasiert ausgeliefert. Das ist eine klare Reaktion auf die DSGVO. Gleichzeitig reguliert der Internetkonzern alle cookiebasierten Advertising-Formate und getargetete Werbung stärker, sie bedürfen nun der Zustimmung der Nutzer. Damit ist Google eine von vielen Webfirmen, die bereits auf die DSGVO mit einer Regeländerung reagiert haben oder es aktuell tun.

 

IT-Branche: Mittelstand rechnet mit steigenden Umsätzen

Der IT-Mittelstand bleibt 2018 auf Wachstumskurs. 85 Prozent der Unternehmen rechnen mit steigenden Umsätzen im ersten Halbjahr. 13 Prozent erwarten gleichbleibende Umsätze und nur drei Prozent gehen von Umsatzeinbußen aus.

Das geht aus dem aktuellen IT-Mittelstandsbericht hervor, für den der Bitkom eine Konjunkturumfrage unter mittelständischen IT-Unternehmen mit 10 bis 499 Mitarbeitern durchgeführt hat. Damit klettert der Bitkom-Mittelstandsindex auf 82 Punkte. Das sind 3 Punkte mehr als im zweiten Halbjahr 2017 und sogar 14 Punkte mehr als vor einem Jahr, als der Wert bei 68 lag. Die zuversichtliche Umsatzprognose für das aktuelle Halbjahr liegt im Trend der vergangenen Jahre. Laut IT-Mittelstandsbericht sind die Umsätze zuletzt innerhalb eines Jahres um neun Prozent auf 68 Milliarden Euro gewachsen. Zugleich stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den mittelständischen IT-Unternehmen um 31.422 auf 445.155. Die 9.852 mittelständischen Unternehmen stehen für 35 Prozent des Umsatzes und 56 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der deutschen IT.

 

E-Rechnungs-Gesetz: Jedes zweite deutsche Unternehmen planlos

Nach dem E-Rechnungs-Gesetz gelten ab dem 27. November 2018 für die Rechnungsstellung im öffentlichen Auftragswesen spezielle digitale Einbringungsarten und -formate. Ab dem 27. November 2020 wird die E-Rechnung für Lieferanten öffentlicher Stellen fast ausnahmslos zur Pflicht. Über die Hälfte der betroffenen Unternehmen kennt das E-Rechnungs-Gesetz aber gar nicht. Mehr als 96 Prozent der Unternehmen mit öffentlichen Auftraggebern versenden Dokumente bevorzugt als PDF-Datei per E-Mail. Das ist nicht nur bezüglich Datenschutz und Revisionssicherheit kritisch zu sehen, sondern auch mit Blick auf die Anforderungen der E-Rechnung. Denn das neue Gesetz fordert Rechnungen im strukturierten Datenformat gemäß EU-Standard, die per Webportal einzubringen sind. Von denen, die das Gesetz kennen, müssen fast alle ihre bisherigen Versandwege und -formate umstellen. Drei Viertel von ihnen sind allerdings noch nicht aktiv geworden.

An der technischen Umstellung arbeiten bislang weniger als 25 Prozent. Das zeigt die jüngste Onlineumfrage von Neopost, an der 372 Dienstleistungs-, Industrie- und Handelsunternehmen ganz unterschiedlicher Branchen teilnahmen. Mindestens ein Drittel der Umfrageteilnehmer stellt Rechnungen an öffentliche Stellen: Die meisten davon (37 Prozent) an Kommunen und Länderbehörden, knapp 26 Prozent an Bundesbehörden. Gleichzeitig beteiligt sich mindestens jedes fünfte Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen.

 
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Große Mehrheit deutscher Unternehmen von Erpresser-Malware betroffen

70 Prozent und damit fast drei Viertel der Unternehmen in Deutschland wurden in den vergangenen zwölf Monaten Opfer eines Ransomware-Angriffs. Der Großteil der Unternehmen wurde dabei im Durchschnitt sechs Mal von Cyber-Erpressern attackiert. Dabei verursachten die Verschlüsselungs-Angriffe Kosten von durchschnittlich rund 750.000 Euro pro Unternehmen.

Laut aktueller Studie von SentinelOne spitzt sich die Bedrohungslage durch Erpresser-Malware für Unternehmen zu: Gaben 2016 "nur" rund die Hälfte der deutschen Unternehmen (51 Prozent) an, innerhalb eines Jahres Ransomware zum Opfer gefallen zu sein, ist dieser Wert in den vergangenen 15 Monaten um fast 20 Prozent angestiegen. Nicht verändert hat sich indes der Hauptfokus der Cyberkriminellen: Wie die Befragten mitteilten, haben es die Angreifer noch immer vornehmlich auf Mitarbeiterdaten abgesehen (2017: 49 Prozent; 2016: 57 Prozent).

Hauptschuld für das erfolgreiche Eindringen von Ransomware in die Unternehmenssysteme liegt laut aktueller Studie vor allem bei den Mitarbeitern - rund jeder zweite Befragte (44 Prozent) nennt hier Nachlässigkeit auf Seiten von Beschäftigen. Unterstützt wird dies durch die Tatsache, dass Phishing über E-Mail oder Social Media mit 76 Prozent als häufigstes Einfallstor für Cyber-Erpresser angegeben wurde. Aber auch im Einsatz unzureichender Antivirus-Lösungen, die die Verschlüsselungssoftware nicht stoppen konnten, sehen rund vier von zehn der Security-Verantwortlichen in Deutschland den Grund, warum ihr Unternehmen zum Ransomware-Opfer wurde.

 

DSGVO: Nur sieben Prozent der Unternehmen weltweit vorbereitet

Die Uhr bis zum Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tickt - dennoch sind längst nicht alle Unternehmen auf die neuen Vorschriften vorbereitet. Eine aktuelle SAS-Studie zeigt, dass 93 Prozent der Umfrageteilnehmer meinen, noch nicht vollständig richtlinienkonform zu sein. Weniger als die Hälfte (46 Prozent) der globalen Unternehmen, die dazu befragt wurden, geht zumindest davon aus, dass sie bis zum Stichtag 25. Mai bereit sein wird. Dabei gibt es einen beachtlichen Unterschied zwischen US- und EU-Unternehmen: Lediglich 30 Prozent in den USA sind zuversichtlich, die Deadline zu schaffen, während der Anteil in Europa bei immerhin 53 Prozent liegt.

49 Prozent sehen Auswirkungen auf ihre Projekte im Bereich künstliche Intelligenz (KI). Die größten Bedenken bereiten in dem Zusammenhang das Herstellen eines informierten Konsenses, das Loggen und Bereitstellen von Profilinformationen für Auditoren sowie das Einbinden menschlicher Intelligenz in KI-Entscheidungen. 75 Prozent gehen davon aus, dass die DSGVO auch Effekte auf ihre IT-Abläufe haben wird.

 

Und da war noch: Flughafen BER wirft 650 Bildschirme auf den Müll

Der Berliner Pannenflughafen BER ist noch nicht einmal in Betrieb, da ist die bereits laufende Digital-Signage-Hardware schon wieder veraltet.  750 Monitore müssen ausgetauscht werden, gestand der Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup der Berliner BZ. Kosten: weitere 500.000 Euro. Die Bildschirme aus dem geplanten Startjahr 2012 passen nicht zur neuen Software. 100 Stück wurden in den (funktionierenden) Flughafen Tegel gebracht, der Rest wird entsorgt. Der Flughafen BER sollte ursprünglich 2012 eröffnet werden. Aktuell soll es mindestens noch bis 2020 oder 2021 dauern.

 
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Ich bin seit fast 30 Jahren aktives ver.di-Mitglied – das hat meine persönliche Entwicklung entscheidend geprägt. Meine Überzeugung ist, dass jede Interessensvertretung und jeder Betrieb eine starke gewerkschaftliche Anbindung benötigt. So kann man am besten mitwirken, mitgestalten und mitbestimmen – im Sinne aller Beschäftigten.

Gisela K., Betriebsratsvorsitzende, Bamberg

 
 
 

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