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  5. | Branchennewsletter vom 13.10.2020

Digitalisierung steigert Leistungsdruck und Arbeitsbelastung

Neue digitale Technologien sorgen für eine höhere Produktivität, konstatieren 57 Prozent der über 1.000 befragten Wissensarbeiter der Studie "Wissensarbeit im digitalen Wandel", die der internationale Personaldienstleister Hays durchgeführt hat. Doch gehen diese Produktivitätszuwächse mit einem erhöhten Leistungsdruck (59 Prozent) und einer stärkeren Arbeitsbelastung (58 Prozent) einher. Freiberuflich tätigen Wissensarbeitern fällt der Umgang mit der zunehmenden Verdichtung der Arbeit (43 zu 68 Prozent), den kurzen Planungshorizonten (40 zu 60 Prozent), der Komplexität (35 zu 62 Prozent) oder der Ungewissheit über den richtigen Weg (36 zu 54 Prozent) nicht so schwer wie festangestellten Führungskräften.

Deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigen sich auch beim Thema Routinetätigkeiten. Für Freiberufler spielen sie nur eine marginale Rolle (Median: 25 Prozent), für festangestellte Wissensarbeiter lautet der Wert dagegen 49 Prozent. Deshalb überrascht es nicht, dass Freiberufler ein höheres Maß an Freiheit bei ihrer Tätigkeit eher wahrnehmen (48 Prozent) als angestellte Wissensarbeiter (32 Prozent).

Für die Studie "Wissensarbeit im digitalen Wandel" wurden mehr als 1.000 hochqualifizierte Fachkräfte aus Deutschland mit einem akademischen Abschluss befragt.

 

User-Tracking: Tech-Konzerne und Werber einigen sich auf Standard

Internationale Werbeverbände, Internet-Konzerne und einflussreiche Werbetreibende haben sich auf einen Standard zur medienübergreifenden Reichweiten- und Werbemessung geeinigt. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Verbraucher nicht öfter als gewünscht mit derselben Werbung bespielt werden müssen, weil sie verschiedene Geräte und Kanäle nutzen. Dazu soll eine Virtual-ID (VID) eingeführt werden, die Doppelzählungen von Ad-Impressions vermeiden hilft, zugleich aber den Datenschutz gewährleistet. Die zugrundeliegenden Technologien sollen Open-Source-basiert sein. Zunächst werden die Techniken von Verbänden und Werbetreibenden in Großbritannien und den USA geprüft und an die nationalen Gegebenheiten angepasst.

Die Liste der beteiligten Unternehmen ist ungewöhnlich prominent besetzt. So haben Werbeverbände wie World Federation of Advertisers (WFA) und die Verbände der USA (Association of National Advertisers ANA), Großbritanniens (ISBA), Deutschlands (OWM) und Frankreichs (Union des Marques) sich mit Google, Facebook, Deutsche Telekom, Mars, Mastercard, Nestle, Pepsi, Procter & Gamble, Coca-Cola und Unilever auf einen Lösungsansatz verständigt.

 
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Zahlungsdienste: Paydirekt schluckt Giropay

Der Online-Bezahldienst Paydirekt steht vor dem Aus - zumindest unter diesem Namen. Bereits zum 1. Dezember soll die Vermarktung des als PayPal-Konkurrenten gestarteten Dienstes eingestellt werden. Er soll dann unter dem Markennamen von Giropay weiterbetrieben werden - und das, obwohl formal Paydirekt seinen Konkurrenten übernommen hat.  Die Konsolidierung steht in einem größeren Zusammenhang. Schon seit Monaten arbeiten deutsche Banken in der Initiative "#dk" an einem Konzept, wie sie gegen digitale Zahlungsdienstleister bestehen können. Nicht nur Paydirekt und Giropay könnten daher zusammengeführt werden, auch die Peer-to-Peer-Zahlart Kwitt und die Girocard (meist EC-Karte genannt) stehen auf der Liste.

Für die Kunden werde sich durch den Zusammenschluss zunächst nichts ändern, beteuern die beteiligten Unternehmen. Unklar bleibt trotzdem, welche Rolle die beiden Payment-Methoden im neuen Unternehmen spielen werden. Beide Zahlarten werden zwar von einem Verbund aus Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken geführt, funktionieren aber grundsätzlich unterschiedlich. Während Paydirekt auf eine Registrierung setzt und sich im Wesentlichen an PayPal orientiert, authentifiziert sich der Giropay-Kunde über sein Girokonto, auf dem er die Zahlung veranlasst.

 

Kontaktloses Bezahlen wird Normalität

In der Corona-Pandemie finden die Bundesbürger Gefallen am digitalen Bezahlen. Mehr als jeder Zweite (54 Prozent) hat allein im August beim Einkaufen vor Ort mindestens einmal kontaktlos mit der Giro- oder Kreditkarte bezahlt und die Karte nur kurz vor das Lesegerät gehalten. Rund jeder Vierte (26 Prozent) tut das sogar regelmäßig mehrmals pro Woche. Aber auch die kontaktlose Bezahlung mit dem Smartphone oder der Smartwatch ist beliebt, wie sie unter anderem Dienste wie Apple Pay oder Google Pay ermöglichen. Jeder Dritte (33 Prozent) hat im selben Zeitraum mindestens einmal auf diese Weise bezahlt, 16 Prozent nutzen Smartphone oder Smartwatch regelmäßig mehrmals pro Woche zum Bezahlen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.003 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Bitkom. Zunehmende Verbreitung findet auch Online-Banking. Allein im August haben 7 von 10 Personen (71 Prozent) mindestens einmal digitale Banking-Dienste wie Online-Überweisung oder den Online-Abruf des Kontostandes genutzt. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) hat sogar mehrmals pro Woche auf Online-Banking zurückgegriffen.

 

Oculus VR-Brillen: Datenschützer erzwingen Verkaufsstopp

Die Virtual-Reality-Brillen der Facebook-Tochter Oculus werden in Deutschland ab sofort nicht mehr verkauft. Auslöser ist die jüngste Ankündigung, nach der Facebook die Oculus-Profile mit den Facebook-Profilen verschmelzen will. Neu erworbene Brillen können daher nur noch mit einem Facebook-Account in Betrieb genommen werden. Dieses Vorgehen hat den Hamburger Datenschützer Johannes Caspar auf den Plan gerufen. Er sieht - wie in der Vergangenheit schon beim Datenaustausch zwischen Facebook und WhatsApp - die Privatsphäre der Nutzer verletzt. Caspar bezeichnete die Koppelung der Accounts als "äußerst problematisch" und verwies auf die europäische Datenschutz-Grundverordnung.

Bisher mussten die Oculus-Profile nicht mit Facebook-Accounts verknüpft werden. Vor zwei Wochen hatte das Unternehmen dann angekündigt, dass sich jeder Neukunde zur Inbetriebnahme mit einem Facebook-Account anmelden muss. Bestehende Nutzer haben dagegen Zeit bis zum 1. Januar 2023, ihre Oculus- und Facebook-Konten zusammenzuführen.

 

EU stellt Regulierungsentwurf für Krypto-Währungen vor

Kryptowerte wie Bitcoins könnten in Europa deutlich an Fahrt gewinnen. In einem EU-Regulierungsentwurf wurden die Rahmenbedingungen dafür geschaffen. Dem Papier zufolge sollen in Zukunft unter anderem für Kryptowerte einheitliche Regeln für Emittenten, Verwahrer und Handelsplattformen gelten. Für sogenannte signifikante Stablecoins wie Libra dürften die Auflagen hingegen deutlich strenger ausfallen. So soll hierfür unter anderem die Aufsicht von den nationalen Aufsichtsbehörden auf die europäische Ebene (EBA) übertragen werden. Der Regulierungsentwurf sieht zudem vor, ein sogenanntes Pilotregime für bestimmte Infrastrukturen mit Distributed-Ledger-Technologie zu ermöglichen. So könnten regulatorische Ausnahmen für Krypto-Handelsplätze und Verwahrer von Security Token ermöglicht werden. Und für Kryptowerte, die bereits als Finanzinstrumente nach EU-Recht gelten, soll es gesetzliche Anpassungen sowie Klarstellungen geben, um für mehr Rechtssicherheit zu sorgen.

 
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EuGH-Urteil setzt erstmals Netzneutralität durch

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat erstmals die Netzneutralität gegen einen Internetbetreiber in Ungarn durchgesetzt. Die EU-Regel besteht seit fünf Jahren und besagt, dass Provider keine Seiten bevorzugen oder benachteiligen dürfen. Der "Zugang zum offenen Netz" soll so gewährleistet werden. Geklagt hatte der ungarische Anbieter Telenor. Er bietet die Datenpakete 'MyChat' und 'MyMusic' an, bei denen die Internetgeschwindigkeit nach einem Gigabyte gedrosselt wird. Im 'MyChat'-Paket sind jedoch Facebook, WhatsApp, Twitter und Instagram von der Drosselung ausgenommen, bei 'MyMusic' wird die Verwendung von Deezer, Apple Music oder Spotify nicht auf das Datenvolumen angerechnet.

Die zuständigen ungarischen Behörden hielten diese Pakete für unzulässig und verboten sie. Auch das EuGH sieht in seinem Urteil einen klaren Verstoß gegen die Netzneutralität. Provider dürfen demnach bestimmte Apps nicht bevorzugt behandeln und die Nutzung der übrigen Dienste nach Verbrauch des Datenvolumens blockieren oder verlangsamen. Solche Angebote könnten Apps benachteiligen, die nicht bevorzugt behandelt werden. Je mehr Menschen solche Handyverträge abschließen, umso mehr würde dies die Netzneutralität untergraben. Tenor darf seine Pakete mit Bevorzugung deshalb nicht mehr anbieten.

 

Mehrheit der EU-Bürger gegen Internetzensur zur Terrorismusbekämpfung

Die Mehrheit der EU-Bevölkerung ist gegen eine länderübergreifende Internetzensur im Kampf gegen terroristische Inhalte. Nur die wenigsten befürworten die Initiative aus Brüssel. Die Initiative der EU-Kommission und der EU-Regierungen schlägt vor, Internetveröffentlichungen künftig in jedem Land von Behörden in allen 27 EU-Staaten auf terroristische Inhalte überprüfen und gegebenenfalls löschen zu lassen. Das heißt, dass jeder EU-Mitgliedstaat europaweite Löschungen anordnen kann. Ein EU-Staat könnte also von Internetanbietern verlangen, von ihm als terroristisch deklarierte Inhalte auch in jedem anderen Mitgliedstaat zu entfernen.

YouGov befragte 10.214 Personen in zehn Mitgliedsstaaten. Demnach befürworten 38 Prozent den Einsatz von Upload-Filtern. 44 Prozent meinen, dass eher staatliche Stellen wie die Polizei oder ein Gericht Inhalte als illegal einstufen können sollten. 15 Prozent sind gegen beide Optionen. Die Brüsseler Initiative unterstützen laut den Ergebnissen nur 30 Prozent der Befragten. 51 Prozent verlangen, dass über die Zulässigkeit von Online-Publikationen allenfalls Behörden oder Richter ihres eigenen Landes entscheiden sollten.

 

Deutschland bei 5G-Geschwindigkeit weit abgeschlagen

5G hat die mobile Downloadgeschwindigkeit in Deutschland laut einer Erhebung von Opensignal mehr als verdreifacht. Während 4G-NutzerInnen hierzulande mit 30,6 Mbps auskommen müssen, sind es bei 5G bereits 102 Mbps. Und damit ist das Ende der Funkmaststange noch lange nicht erreicht, wie der Blick auf die Statistik zeigt: Besonders schnell ist das 5G-Netz aktuell in Saudi-Arabien und Südkorea. Aber auch dort wird das Potential des neuen Mobilfunkstandards noch nicht voll ausgereizt - technisch möglich sind bis zu 10.000 Mbps. Schnell ist auch die Geschwindigkeit, mit der sich die neue Technologie derzeit verbreitet. Dem Ericsson Mobility Report zufolge soll die Zahl der 5G-Mobilfunkanschlüsse explosionsartig von 184 Millionen im laufenden Jahr auf 2,7 Milliarden im Jahr 2025 anwachsen - davon 421 Millionen in Europa.

 

Große Mehrheit der Arbeitnehmer fordert dauerhaftes Homeoffice

Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland wünscht sich vom Arbeitgeber, einen dauerhaften Home-Office-Einsatz zu erlauben, bis es einen COVID-19-Impfstoff gibt. Gleichzeitig hoch im Kurs stehen mehr Freiräume bei Entscheidungen sowie der Wunsch, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Distanz online zu führen. Das sind Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Studie "Arbeitsplatz der Zukunft in der digitalen Welt" des Konzerns Kapsch Group. Die Umfrage-Ergebnisse zeigen, dass die Beschäftigten in Deutschland bereits sehr konkrete Vorstellungen über eine neue Unternehmenskultur haben: 72 Prozent halten es im digitalen Zeitalter für wichtig bis sehr wichtig, Home-Office-Mitarbeiter auf Distanz in Online-Teams zu führen. 80 Prozent wünschen sich, die Strukturen der Organisation zu flexibilisieren, indem beispielsweise Abteilungsdenken aufgehoben wird. Zudem plädieren 84 Prozent dafür, dass es mehr Freiräume für Entscheidungen gibt.

 
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Homeoffice führt zu mehr Rückenschmerzen

Seit Beginn der Corona-Pandemie arbeiten mehr Menschen als je zuvor von zu Hause aus. Bewegung und eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung kommen dabei oft zu kurz. Das macht auch dem Rücken zu schaffen. Rund ein Drittel der Deutschen gab bei einer repräsentativen Befragung im Juni 2020 an, häufiger Rückenbeschwerden zu haben, seit sie im Homeoffice arbeiteten. Dies meldet die die Stiftung Gesundheitswissen. Wer zu Hause arbeitet, hat meist weniger Bewegung im Alltag: Denn während viele schon beim Gang zur Arbeit einen längeren Fuß- oder Radweg zurücklegen, ist der heimische Arbeitsplatz nach wenigen Metern erreicht. Auch in den Pausen führt der Weg oft nicht weiter als bis zur Küche. Dazu kommt, dass nicht alle daheim einen rückenfreundlichen Arbeitsplatz haben. Wenn der heimische Esstisch als Büro herhalten muss, fällt eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung schwer. Außerdem können in der jetzigen unsicheren Zeit Stress, Sorgen und Anspannung für verstärkte Schmerzen sorgen.

 

Trotz Skepsis: Deutsche befürworten Künstliche Intelligenz

Immer mehr Menschen entdecken die Chancen Künstlicher Intelligenz und wünschen sich ihren Einsatz in fast allen Lebensbereichen. Eine Mehrheit rechnet damit, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Gesellschaft bereits in den kommenden fünf Jahren spürbar verändern wird, und fordert, dass die Technologie stärker kontrolliert wird. Demnach sagen nur noch 5 Prozent, dass sie noch nie etwas von KI gehört oder gelesen haben. Vor zwei Jahren waren es noch 12 Prozent, vor drei Jahren sogar 22 Prozent. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) ist überzeugt, mindestens gut erklären zu können, was KI bedeutet (2018: 40 Prozent). Zugleich sagen inzwischen mehr als zwei Drittel (68 Prozent), dass sie KI vor allem als Chance sehen. Vor drei Jahren war es mit 48 Prozent erst eine Minderheit, 2018 lag der Anteil bei 62 Prozent. Das ist das Ergebnis einer telefonischen Befragung von 1.004 Personen ab 16 Jahren.

 

Corona als Daddel-Turbo: Games-Markt wächst im ersten Halbjahr 2020 deutlich

In den ersten Monaten des Jahres gab es aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht nur Rekord-Spielerzahlen auf vielen Plattformen, auch der Games-Markt ist in dieser Zeit deutlich gewachsen: Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland mit Games und Spiele-Hardware 3,7 Milliarden Euro umgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 27 Prozent, wie der game - Verband der deutschen Games-Branche auf Basis von Daten von GfK und App Annie bekannt gab. Besonders stark ist der Umsatz mit In-Game-Käufen gewachsen. Während im ersten Halbjahr 2019 hiermit noch rund 1,1 Milliarden Euro umgesetzt wurden, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits knapp 1,5 Milliarden Euro - ein Plus von 35 Prozent. Zu In-Game-Käufen gehören sowohl kleine Geldbeträge - etwa für die bessere Ausstattung der eigenen Spiel-Figur - als auch teurere Inhalte wie ganze Zusatzkampagnen oder auch Season Passes.

Innerhalb der starken Entwicklung des Gesamtmarktes ist auch der Umsatz mit Spiele-Hardware im ersten Halbjahr 2020 deutlich gestiegen. Wurden in den ersten sechs Monaten von 2019 noch rund 1,1 Milliarden Euro mit Gaming-PCs, Spielekonsolen und entsprechendem Zubehör umgesetzt, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres bereits 1,3 Milliarden Euro. Das ist ein Zuwachs von 21 Prozent. Dabei konnten alle vier Teilmärkte zulegen. Besonders stark ist der Umsatz mit Peripherie für Gaming-PCs gewachsen. Hierzu gehören unter anderem Gaming-Eingabegeräte wie spezielle Mäuse und Tastaturen sowie auf die Bedürfnisse von Gamern zugeschnittene Monitore und Grafikkarten sowie Virtual-Reality-Headsets.

 

E-Government: Es geht voran in Europa - sehr langsam

Die Auswertung von 10.000 öffentlichen Websites in 36 europäischen Ländern im 17. E-Government-Benchmark von Capgemini kommt zu dem Ergebnis, dass aktuell 70 Prozent der zu bewertenden Dienstleistungen von Bürgern und Unternehmen Online bezogen werden können. Dem Bericht zufolge bewegt sich Europa in die richtige Richtung: Die Leistungsfähigkeit des E-Government stieg im Vergleich zum Vorjahr von 65 auf 68 Prozent. Zugleich wurde die Lücke zwischen Vorreitern und Nachzüglern weiter geschlossen. Insbesondere punkten die Länder bei der Nutzerfreundlichkeit wichtiger Internet-Portale, dort liegt die durchschnittliche Wertung bei 91 Prozent. Viele Europäer schätzen die vielfachen Unterstützungsangebote, von Online-Demos, über Antworten zu häufig gestellten Fragen (FAQ), bis hin zu Live-Chat-Funktionen zur unmittelbaren Hilfe. Zugleich könnte der Aufwand für Bürger und Unternehmen beim E-Government weiter reduziert werden, indem Quellen wie Basisregister genutzt werden, um persönliche Angaben automatisch vorausfüllen zu lassen. Aktuell ist dies beispielsweise bei 57 Prozent der Formulare möglich.

Entsprechend den Präferenzen der Nutzer sind mittlerweile drei Viertel (76 Prozent) der analysierten Websites auch für eine mobile Nutzung optimiert; vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 61 Prozent.

 
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Recruiting: Arbeitgeber kommunizieren an Bewerbern vorbei

Eine aktuelle Studie des Recruiting Software-Anbieters Softgarden hat das Such- und Bewerbungsverhalten von Jobinteressierten untersucht und anhand von bildgestützten A/B-Auswahlsituationen dabei überprüft, welche Faktoren dazu führen, dass sich Jobinteressierte tatsächlich zu einem Arbeitgeber "durchklicken". Die Studie zeigt, dass Stellenanzeigen nach wie vor den wichtigsten Einstieg für die Mehrheit der Bewerber darstellen. Diese wünschen sich dort konkrete Gehaltsangaben. Online-Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe werden von 74,3 Prozent der Bewerber bevorzugt geklickt. Im A/B-Test fiel eine ansonsten identische Stellenanzeige ohne Gehaltsangabe durch (25,7 Prozent). Den größten Effekt auf die Click-through-Rate in Stellenanzeigen erzielt jedoch die Integration von positiven Arbeitgeberbewertungen. Stellenanzeigen mit integrierten Bewertungen von Mitarbeitern des Unternehmens wurden von 80,7 Prozent der Teilnehmer geklickt.

Bei den Arbeitgeberbewertungen gibt es für Bewerber eine erkennbare Schwelle, die bei einem Durchschnittsscore von 3,5 von 5 möglichen Punkten liegt. Für über zwei Drittel der Jobinteressierten kommen Arbeitgeber überhaupt nur in Frage, wenn sie auf einer Arbeitgeberbewertungsplattform mit 3,5 oder besser bewertet wurden. 41,8 Prozent bewerben sich sogar erst ab einem Score von 4,0 oder 4,5. Der branchenübergreifende Bewertungsdurchschnitt auf der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu liegt derzeit bei 3,4. Auf Karrierewebsites machen solche Angebote das Rennen, die Jobinteressierte transparent über die Dauer des Bewerbungsprozesses informieren. Eine solche Karrierewebsite wird von 74,4 Prozent der Bewerber geklickt, die Variante ohne Angaben zum Bewerbungsprozess von 25,6 Prozent. Auch Videos wirken sich im Employer Branding positiv aus. In den auf einer Karrierewebsite veröffentlichten Stellenanzeigen werden Beispiele mit Mitarbeitervideos von 68,7 Prozent bevorzugt.

 

Regelmäßiges Feedback für Angestellte in Corona-Zeiten besonders wichtig

Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Mitarbeiter halten Feedback durch ihre Vorgesetzten auch während der Corona-Krise für ausgesprochen wichtig. Viele Unternehmen scheinen jedoch Probleme damit zu haben, diesem Bedürfnis ihrer Mitarbeiter gerecht zu werden. 23 Prozent der Befragten erhielten während der Corona-Krise nur einmalig Feedback. 36 Prozent mussten gänzlich auf eine Leistungsbeurteilung durch ihren Vorgesetzten verzichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsam von Talentsoft mit dem Marktforschungsinstitut Appinio zum Thema Mitarbeiter-Feedback. Im Hinblick auf die zeitlichen Intervalle zeigt sich dabei ein Trend zu immer kürzeren Abständen. 24 Prozent der Befragten wünschen sich regelmäßiges, kontinuierliches Feedback durch ihre Vorgesetzten. 18 Prozent hätten gerne monatlich eine Rückmeldung zu ihren Leistungen. Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten würde halbjährliches Feedback dem altbekannten Jahresgespräch vorziehen, das nur noch 17 Prozent für ausreichend halten.

 

Nutzung von Online-Audio wächst kräftig

Online-Audio-Angebote erreichen erstmals über 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland (ab 14 Jahren). Das entspricht 50 Millionen Menschen, die mittlerweile hierzulande Webradio und Audio-On-Demand-Angebote über das Internet hören. Damit ist die Online-Audio-Nutzung in der Gesamtbevölkerung 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Millionen Hörerinnen und Hörer bzw. 14 Prozent gewachsen. Dies geht aus dem aktuellen Online-Audio-Monitor 2020 hervor. Die Online-Audio-Nutzerschaft nähert sich immer weiter dem Durchschnitt in der Gesamtbevölkerung an.

 

Digitale Kluft wird bei Kindern zur sozialen Kluft

Drei von vier Deutschen glauben, dass Kinder digitale Geräte wie ein Smartphone, einen Computer oder ein Tablet brauchen, um mit der Zeit Schritt zu halten und nicht sozial ausgeschlossen zu sein. 85 Prozent finden, dass es ab einem bestimmten Schulniveau sehr kompliziert wird, dem Unterricht ohne digitale Ausrüstung von zu Hause aus zu folgen. Und 84 Prozent glauben, dass Smartphones, Tablets und Computer sehr nützlich sind, um sich in der Schule zu organisieren - unter den Senioren ab 65 Jahren glauben dies sogar 90 Prozent. Die Zeit des Homeschoolings in den Monaten des Lockdowns hat offenbart, wie lückenhaft die digitale Ausstattung von Kindern ist. Fast zwei Drittel (63 Prozent) aller Eltern mussten ihre eigenen digitalen Geräte während dieser Zeit mit ihren Kindern teilen. Und 59 Prozent der Eltern mit mindestens zwei Kindern unter 18 Jahren sagen, dass ihre Kinder digitale Geräte (Smartphone, Computer, Tablet) gemeinsam nutzen mussten, um den Fernunterricht absolvieren zu können. Insgesamt 67 Prozent der Eltern geben an, dass ihre Kinder Schwierigkeiten beim Homeschooling hatten. Bei Eltern ohne Erwerbstätigkeit sind es sogar 72 Prozent. Zwei Drittel aller Eltern planen, digitale Endgeräte anzuschaffen bzw. zu erneuern. Dies zeigt: Auch wenn der Unterricht zum Schulstart vorerst vor Ort stattfinden soll, gewinnt die Ausstattung mit digitalen Endgeräten seit der Corona-Pandemie dauerhaft an Bedeutung. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage, die der Online-Marktplatz für gebrauchte und wiederaufbereitete Elektronik Back Market zum Schulstart erhoben hat.

 
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Internet der Dinge kann Klima retten

Der Klima- und Ressourcenschutz entwickelt sich in immer mehr Unternehmen zu einem wichtigen Teil der Strategie. 77 Prozent der in einer Studie befragten IoT-Experten gehen davon aus, dass IoT Unternehmen beim Erreichen ihrer CO2-Einsparziele unterstützen wird. Eine Untersuchung des Weltwirtschaftsforums von mehr als 600 IoT-Anwendungen untermauert diese Einschätzungen: Demnach tragen 84 Prozent der digitalen Lösungen zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele bei. Beim Thema Klimaschutz ist das Potenzial von CO2-Einsparungen in der Logistikbranche besonders hoch. Das Internet der Dinge kann helfen, Lieferketten und Logistikprozesse effizienter zu machen. Die IoT-Experten der Telekom prognostizieren, dass in fünf Jahren durchschnittlich 70 Prozent der Logistik-Unternehmen in Deutschland IoT-Lösungen für die Steuerung ihrer Fahrzeugflotten und die Überwachung ihrer Güter einsetzen. Ein großes CO2-Einsparpotenzial bietet auch ein digitales Gebäude-Management. Die befragten IoT-Experten erwarten, dass in fünf Jahren durchschnittlich 40 Prozent aller gewerblich genutzten Gebäude in Deutschland smart gesteuert werden - von Heizung und Licht über Lüftung und Klimatechnik bis zur digitalen Messung von Verbrauchswerten.

 

Gesundheits-Apps bei Senioren immer beliebter

Während der Corona-Pandemie haben viele Senioren für sich Gesundheits-Apps entdeckt. Drei von zehn Internetnutzern über 65 Jahren (29 Prozent) haben bereits Anwendungen genutzt, die beim Sport, gesunder Ernährung oder anderen Gesundheitsthemen unterstützen. Im Januar gab dies erst jeder Vierte der Ü65-Onliner (25 Prozent) an.

Am beliebtesten sind Apps, die Körper- und Fitnessdaten aufzeichnen, etwa die Herzfrequenz, Blutdruck oder gegangene Schritte. Gut jeder fünfte Online-Senior (22 Prozent) hat diese digitalen Gesundheitshelfer bereits eingesetzt. Weitere 49 Prozent können sich vorstellen, sie künftig zu nutzen. Apps, die lediglich informieren - etwa über Gesundheits-, Fitness-, Gewichts- oder Ernährungsthemen - hat jeder Sechste (16 Prozent) schon verwendet, ein weiteres Drittel (33 Prozent) kann sich dies für die Zukunft vorstellen. Ähnlich viele (15 Prozent) hatten Apps im Einsatz, die auf Grundlage der aufgezeichneten Körper- und Fitnessdaten Motivations- oder Verhaltensratschläge geben. 36 Prozent erwägen dies. Und Apps für spezielle gesundheitsfördernde Übungen, z.B. physiotherapeutische Rückengymnastik, waren bei 13 Prozent aktiv.

 

Behörden können IT-Stellen nicht besetzen

Digitale Vorhaben wie E-Signatur und E-Akte, Open und Mobile Government sowie Cloud Computing und Automatisierung sollen die öffentliche Verwaltung effizienter machen und Behördengänge für Bürgerinnen und Bürger vereinfachen. Für diesen Umbau und die Einführung neuer Technologien wie Robotic Process Automation, Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain fehlen allerdings geeignete Fachkräfte. Data Scientists, IT-Sicherheitsexperten und Machine-Learning-Spezialisten sind begehrt, auch in der Privatwirtschaft. Das sind die Ergebnisse des "Branchenkompass Public Sector 2020" von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut. Die öffentliche Verwaltung setzt deshalb auf Anreize. Das Besoldungsstrukturenmodernisierungsgesetz, seit 2020 in Kraft, erlaubt beispielsweise Prämien und Zulagen, um neue Digitalfachkräfte zu gewinnen und das bestehende IT-Personal halten zu können.

Darüber hinaus überprüfen viele Behörden die Zusammenarbeit mit ihren IT-Dienstleistern. Ziel ist, Leistungen effizienter zu managen und die Dienstleister besser einzubinden. 56 Prozent der befragten Entscheider können sich vorstellen, dass Verwaltungsdienstleistungen und Fachverfahren auch von privaten IT-Unternehmen bereitgestellt werden können. Behörden könnten digitale Prozesse und Technologien aus einer Hand von außen beziehen und so einen Teil des notwendigen Digital-Know-hows einkaufen, statt es selbst aufzubauen.

 

Frauen-Karrieren stocken während Corona

Aus den Daten des Businessnetzwerkes LinkedIn geht hervor, dass der Anteil von Frauen an allen Neueinstellungen während der Hochphase der Beschränkungen erheblich sank. Weltweit und über mehrere Branchen hinweg folgte der Frauenanteil bei Neueinstellungen in den Monaten Februar bis Juli 2020 einem U-förmigen Verlauf. Weltweit erreichte der Anteil von Frauen an allen Neueinstellungen im April einen Tiefststand von im Schnitt 40,6 Prozent. Im Juni (43,9 Prozent) und Juli (44,5 Prozent) erholte sich der Anteil wieder, parallel wurden in vielen Ländern die Corona-Restriktionen gelockert. In Deutschland sank der Anteil von Frauen an Neueinstellungen von 42,5 Prozent im Februar auf 40,0 Prozent im April. Im Mai (40,9 Prozent), Juni (40,9 Prozent) und Juli (40,1 Prozent) erholte sich der Anteil geringfügig.

Im Anfang September veröffentlichten LinkedIn Berufstätigen-Stimmungsindex gaben Frauen doppelt so häufig wie Männer an, ihre Kinder allein betreuen zu müssen. Die Hälfte der befragten Frauen sagte, sich nicht auf ihre Erwerbsarbeit konzentrieren zu können, während die Kinder zuhause sind. Während demnach jeder dritte Mann sich bei der Kinderbetreuung auch auf z.B. ein Familienmitglied verlassen konnte, galt das nur für gut jede fünfte Frau.

 
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Wie das Handwerk vom Smart-Home-Boom profitiert

Das Smart Home wird in Deutschland beliebter: Schon 37 Prozent der Verbraucher haben in ihren eigenen vier Wänden mindestens eine Smart-Home-Lösung installiert - das entspricht 26 Millionen Bundesbürgern ab 16 Jahren. Besonders häufig sind intelligente Leuchten und Lampen im Einsatz (23 Prozent), aber auch intelligente Heizkörperthermostate (15 Prozent) oder smarte Alarmanlagen (18 Prozent). Zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung zählt das Handwerk: Jeder dritte Nutzer von Smart-Home-Anwendungen (32 Prozent) hat diese ganz oder teilweise direkt beim Handwerks- beziehungsweise Installationsbetrieb oder im Handwerksfachhandel gekauft. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bitkom-Befragung. Im Einzelnen kauften 19 Prozent der Smart-Home-Nutzer ihre Anwendungen stationär im spezialisierten Handwerks-Fachhandel - ein Plus von 8 Prozentpunkten gegenüber 2018, als es 11 Prozent waren. 14 Prozent erwarben die Geräte direkt beim einbauenden Handwerks- oder Installationsbetrieb (2018: 7 Prozent) und 4 Prozent kauften ihre Smart-Home-Lösungen beim spezialisierten Online-Fachhandel, z.B. für Heizungs- oder Klimatechnik (2018: 2 Prozent).

Vorn liegt allerdings nach wie vor der Elektronikmarkt: 37 Prozent der Smart-Home-Nutzer haben ihre Anwendungen im stationären Geschäft wie Saturn, Media Markt oder Medimax gekauft (2018: 35 Prozent). Jeder Vierte (26 Prozent) nutzt die Online-Angebote dieser Märkte (2018: 16 Prozent). 22 Prozent bestellen ihre Smart-Home-Anwendungen beim Online-Versandhändler wie Amazon oder Otto.de (2018: 16 Prozent). Gleichwohl: Die Information vor dem Kauf erfolgt meist noch direkt im Geschäft: 61 Prozent haben sich beim Elektro- oder Fachhändler im Laden schlaugemacht. 44 nutzen dafür die Internetrecherche.

 

Und da waren noch - digitale Furzkissen: Bei den Alexa-Skills dominiert Nonsens

Die akustische Analogie des guten alten Furzkissens, weitere Witze sowie Spiel und Spaß: Für solche Alexa Skills interessieren sich die Nutzer besonders. Nonsens und spielerische Alexa Skills belegen in zwei Dritteln der länderspezifischen Stores den Spitzenplatz und dominieren die Top Ten. Auch in Deutschland führt ein Pups-Generator die Bestenliste an, in der sich zudem diverse Tiergeräusch-Imitationen tummeln, so der aktuelle Marktreport für Alexa Skills der Digitalagentur Beyto. Alexa Skills für Pups-Geräusche finden sich in einem Drittel der bestehenden Länder-Stores auf dem ersten Platz der Skills mit den meisten Nutzerwertungen - auch in den drei am längsten bestehenden Stores aus den USA, England und Deutschland. Weiterer Nonsens sowie Spiel und Spaß finden sich in vier weiteren Märkten auf Platz 1. In Spanien und Frankreich wird dem Kochen mit Alexa viel Beachtung geschenkt - und das überwiegend katholische Italien arbeitet sich bei den Bewertungen an einem Horoskop-Skill ab.

 
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Dieser Newsletter ist ein Service der Initiative ICH BIN MEHR WERT. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes ist als Träger der Initiative die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesvorstand, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, Internet: www.verdi.de. Verantwortlich für den Inhalt gemäß § 6 TDG und § 10 MDStV ist Christoph Schmitz.
 
 

Die IT-Branche wächst wie noch nie. Und Outsourcing ist auch in der IT-Branche immer wieder ein großes Thema. Ich setze mich gemeinsam mit ver.di dafür ein, dass alle in dieser Branche zu guten Konditionen eingesetzt werden!

Daniela C., Projektmanagerin, Frankfurt / M

 
 
 

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