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In eigener Sache: ver.di IT-Netzwerkkonferenz am 30. April 2021

Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt massiv verändert. Quasi von einem Tag auf den anderen wurden die Beschäftigten ganzer Branchen ins Homeoffice versetzt. Die Digitalisierung hat einen neuen Schub bekommen. Steht eine neue Rationalisierungswelle bevor, bei der künstliche Intelligenz Arbeitsplätze vernichten wird? Oder gibt es doch eine Chance auf eine Welt, in der es mit künstlicher Intelligenz Gute Arbeit gibt?

  • Wie entwickelt sich die Arbeitsteilung zwischen Mensch und Computer?
  • Wird es ein „new Normal“ geben?
  • Welche Folgen ergeben sich für die Vertretung von Beschäftigteninteressen?

Die ver.di IT-Netzwerkkonferenz 2021 findet zum ersten Mal online statt und setzt diese Fragen auf die Agenda. Sie erhalten wichtige Basisinformationen für die Arbeit in Ihrem Gremium; gleichzeitig ist ausreichend Raum für Diskussionen. Durch den bewährten Mix aus Vorträgen von Expertinnen und Experten sowie Diskussionen mit den Vortragenden können Sie Ideen und Handlungsoptionen für die eigene Betriebs- und Personalratsarbeit mitnehmen.

Die Konferenzteilnahme ist kostenfrei.

 

 

Frauen in der IT-Branche: Lage in Deutschland besser, europaweit schlechter

Hinsichtlich der Gleichstellung in der Technologiebranche hat sich in relativ kurzer Zeit einiges verändert. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der befragten Frauen in Deutschland, die in diesem Bereich tätig sind, gaben an, in den vergangenen zwei Jahren eine merkliche Verbesserung hinsichtlich der Gleichstellung innerhalb des eigenen Unternehmens festgestellt zu haben.

Fast zwei Drittel der Frauen (62 Prozent), die in der Tech-Branche in Deutschland tätig sind, geben in der Kaspersky-Umfrage an, ihre Meinung sei vom ersten Tag an geschätzt und respektiert worden. Auch die Zunahme der Heimarbeit im vergangenen Jahr hat sich offensichtlich vornehmlich positiv ausgewirkt. Über ein Drittel (42 Prozent) der Befragten Frauen in Deutschland ist der Auffassung, die geschlechtsspezifische Gleichbehandlung habe sich in Teams, die im Home-Office arbeiten, verbessert.

Die Studie zeigt jedoch auch, dass sich die Entwicklung in puncto Gleichstellung in den verschiedenen Regionen der Welt sehr unterschiedlich vollzieht. So hat sich in Europa insgesamt das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern in den letzten zwei Jahren offenbar verschlechtert, während die Corona-Pandemie in Nordamerika hingegen die Geschlechterparität beschleunigt hat. In Lateinamerika haben Fortschritte hinsichtlich einer verbesserten Bildungssituation von Frauen dazu geführt, dass diese in der Technologiebranche immer häufiger vertreten sind. Dies gilt auch im asiatisch-pazifischen Raum, wo Fälle von Einschüchterungen von Frauen immer öfter durch Erfolgsgeschichten abgelöst zu werden scheinen.

Im Vergleich zu anderen Teilen der Welt sind die Aussichten für Frauen in Europa, in der Technologiebranche Fuß zu fassen, weniger positiv. Nach Aussage von 52 Prozent der europäischen Befragten, besteht die Mehrheit der Teammitglieder aktuell aus Männern, während dies 2018 lediglich 42 Prozent angaben. In Deutschland jedoch sagen 51 Prozent der befragten Frauen, die Gleichstellung der Geschlechter habe sich in diesem Zeitraum verbessert.

 
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Ein Jahr Corona: Es holpert noch immer im Homeoffice

Die Corona-Pandemie hat die Tendenz weiter verstärkt, Arbeit aus dem klassischen Büroumfeld zu lösen. Für einen signifikanten Teil der Arbeitnehmer:innen verläuft mobiles Arbeiten oder die Arbeit im Homeoffice allerdings nicht optimal. Das zeigt eine Online-Umfrage unter 1.011 Arbeitnehmer:innen in Deutschland, die Ende 2020 im Auftrag der Lufthansa Industry Solutions erstellt wurde.

Laut Umfrage fühlen sich 29 Prozent der Befragten von den neuen Arbeitswelten überfordert, 48 Prozent wünschen sich mehr Unterstützung und Schulungen von ihren Arbeitgebern. Außerdem finden 45 Prozent der Befragten, dass die Führungskräfte im Unternehmen für virtuelles Arbeiten nicht fit sind.

Homeoffice sowie mobiles und virtuelles Arbeiten haben in Folge der Corona-Beschränkungen stark zugenommen. Allerdings gaben 33 Prozent der Befragten an, dass Homeoffice in ihrem Unternehmen nicht möglich oder nicht gewollt ist. Unternehmen setzen seit dem ersten Corona-Lockdown verstärkt auf Video-Konferenzen. Dabei ist Skype mit 53 Prozent Nutzenden, das am meisten genutzte Tool, gefolgt von Microsoft Teams mit 40 Prozent Einsatz.  22 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Arbeitgeber keine digitalen Services wie digitale Arbeitserfassung oder Gehaltsabrechnungen anbietet. Insbesondere Self-Service-Angebote wie die Änderung persönlicher Daten oder den Antrag einer Dienstreise sind in den Unternehmen noch nicht angekommen.

29 Prozent der Befragten fühlen sich von der neuen Arbeitswelt überfordert. Dieser Anteil steigt bei den Befragten mit Homeoffice-Erfahrung auf 38 Prozent. Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer:innen (48 Prozent) wünschen sich mehr Unterstützung von ihrem Arbeitgeber. Bei den Arbeitnehmer:innen mit Homeoffice-Erfahrung sind es sogar 56 Prozent.

 

Deutscher Games-Markt wächst um 32 Prozent

Der deutsche Games-Markt hat im Corona-Jahr 2020 einen neuen Umsatz-Rekord aufgestellt: Insgesamt wurde mit Computer- und Videospielen sowie der dazugehörigen Hardware ein Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem Wachstum von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so der Verband Game auf Basis von Daten der Marktforschungsunternehmen GfK und App Annie.

Sowohl der Umsatz mit Hard- als auch mit Software ist 2020 deutlich gewachsen: Mit Spielekonsolen, Gaming-PCs und entsprechender Peripherie wurden rund 3,2 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist ein Plus von 26 Prozent im Vergleich zu 2019. Noch stärker ist der Teilmarkt für Computer- und Videospiele gewachsen: 5,2 Milliarden Euro konnten mit dem Kauf von Games, In-Game- und In-App-Käufen, Abonnements sowie Gebühren für Online-Dienste umgesetzt werden. Damit legte dieser Teil des Marktes sogar um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.  Am stärksten legte der Umsatz mit In-Game- und In-App-Umsätzen zu: Insgesamt wurden mehr als 3,2 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von 44 Prozent innerhalb eines Jahres. Auch die Gebühren für Online-Services konnten mit einem Wachstum von 50 Prozent auf 692 Millionen Euro besonders stark zulegen.

 

Google konkretisiert Aus für Tracking-Cookies

Google stellt klar: Es wird weder Cookies noch "alternative Identifikatoren" geben, um Personen im Web zu tracken. "Wir möchten es daher heute noch einmal ganz klar sagen: Wir werden nach dem stufenweisen Verschwinden der Drittanbieter-Cookies keine alternativen Identifikatoren entwickeln, um Personen beim Surfen im Internet zu tracken, und wir werden diese auch nicht in unseren Produkten verwenden", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens auf seiner Website.

Wie wichtig diese Klarstellung war, zeigt der folgende Aufschrei der Werbebranche: Noch immer klammerten sich große Teile der Marketing-Industrie an die Idee, dass es auch in Zukunft möglich sein muss, den Nutzer:innen persönlich mit Cookies (oder ähnlichen Methoden) durchs Netz zu folgen. Schon längst haben andere Browseranwendungen wie Mozillas Firefox oder Apples Safari damit begonnen, Profilbildung und personalisiertes Tracking zu unterbinden. Nun beugt sich auch Google den immer stärker werdenden Forderungen nach mehr Privatsphäre für Nutzer:innen im Internet.

 

Facebook: Oculus-Geräte bekommen Sprachassistenten

Der Tech-Konzern Facebook hat die Einführung eines eigenen Sprachassistenten für die Oculus Quest bekannt gegeben. Dieser soll auf den Befehl "Hey Facebook" hören und so die Zusammengehörigkeit der beiden Marken unterstreichen. Benutzer:innen der Oculus Quest können mit dem initialen Sprachbefehl "Hey Facebook" das Gerät zum Beispiel dazu auffordern, einen Screenshot zu machen oder sich anzeigen lassen, wer der eigenen Freund:innen gerade online ist. Dabei nimmt das Mikrofon, wenn es nicht ausgeschaltet ist, durchgehend alles auf, um den Befehl registrieren zu können - wie auch Siri oder Alexa das tun.

 
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650 Mio. Dollar: Facebook zahlt Rekord-Entschädigung

Der Zahlung ist ein Rechtsstreit im Bundesstaat Illinois über millionenfache Verletzung der Privatsphäre vorausgegangen. In dem seit 2015 andauernden Verfahren wurde Facebook vorgeworfen, biometrische Daten zur Gesichtserkennung von 1,6 Millionen Nutzer:innen ohne deren Wissen und Einverständnis gesammelt zu haben. Im Januar hatte Facebook bereits die Zahlung von 550 Millionen US-Dollar zugesagt, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Der zuständige Richter lehnte die Summe aber als unzureichend ab. Nun erhalten die betroffenen Nutzer:innen jeweils mindestens 345 Dollar als Ausgleichszahlung.

 

Vor allem Frauen und Mädchen betroffen: Mehrheit junger Nutzer trifft in Messenger und Chats auf Mobbing und Fake-News

99 Prozent der jungen Menschen sind auf Messenger-Diensten aktiv und nutzen sie dabei so intensiv wie soziale Medien. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland nutzen Messenger mehr als eine Stunde pro Tag zur Kommunikation mit Freunden oder Familie, im Kontext von Schule, Universität oder Beruf sowie zur Unterhaltung.

23 Prozent nutzen sie sogar mehr als vier Stunden pro Tag. Jedoch informieren sich nur wenige junge Menschen dort auch über das Nachrichtengeschehen oder die Politik. Für diese Zwecke ziehen drei Viertel der jungen Menschen (74 Prozent) soziale Medien vor. 61 Prozent haben hier schon einmal Falschnachrichten geschickt bekommen, 53 Prozent Mobbing beobachtet und 48 Prozent Hassrede gesehen. Jede/r dritte 14- bis 24-Jährige ist über Chats bereits selbst beleidigt, gemobbt oder bedroht worden. Für Mädchen und junge Frauen ist die Situation besonders dramatisch: 40 Prozent von ihnen wurden bereits über Messenger belästigt - junge Männer (29 Prozent) sind davon deutlich weniger betroffen. Gleichzeitig haben 40 Prozent der jungen Menschen bereits Inhalte oder andere Nutzer:innen offiziell bei Plattformen gemeldet - worauf ein Drittel jedoch keine Rückmeldung bekam. Das sind die Ergebnisse einer Befragung 14- bis 24-Jähriger zur Nutzung von Messengerdiensten im Auftrag der Vodafone Stiftung.

Die Struktur der Chats bedingt, dass sich Falschnachrichten gegenüber dem Feed von Sozialen Plattformen noch besser versteckt verbreiten können ("Dark Social"). WhatsApp oder Chatfunktionen von Social-Media-Plattformen wie Twitter, Facebook oder Instagram spielen dabei die größte Rolle: Jeweils 40 Prozent der Jugend hat auf ihnen bereits Falschnachrichten wahrgenommen - bei den Nutzer:innen anderer Messengerdienste wie Telegram (12 Prozent), Snapchat (11 Prozent) oder Discord (9 Prozent) sind es deutlich weniger. Absender:innen von Falschnachrichten auf Messengerdiensten sind vor allem Bekannte aus Schule, Universität oder Beruf (50 Prozent) oder Personen, die die jungen Menschen nicht persönlich kennen (40 Prozent). Aber auch von Freund:innen (37 Prozent) oder aus der Familie (27 Prozent) bekommen sie Falschnachrichten geschickt.

 

Mixed Reality: Microsoft startet Videokonferenzen mit Hologrammen

Mit 'Microsoft Mesh' hat der Softwarekonzern eine Anwendung vorgestellt, die Videokonferenzen durch Holokonferenzen ersetzen soll. Virtuelle Gesprächspartner:innen erscheinen dann in Lebensgröße. Die potenzielle Anwendungspalette ist jedoch noch viel breiter.

Mit Microsoft Mesh können geografisch verteilte Teams auch mehr gemeinsame Besprechungen abhalten, virtuelle Entwurfssitzungen durchführen, andere unterstützen, gemeinsam lernen und virtuelle soziale Meetups veranstalten. Die Menschen sollen zunächst in der Lage sein, sich in diesen gemeinsamen virtuellen Erfahrungen als Avatare auszudrücken und im Laufe der Zeit Holoportation zu nutzen, um sich als ihr lebensechtes, fotorealistisches Selbst zu projizieren, so das Unternehmen.

Microsoft Mesh basiert auf Azure, der Cloud-Computing-Plattform von Microsoft. Die Microsoft Mesh-Plattform will Entwickler:innen in den kommenden Monaten eine vollständige Suite von AI-gestützten Tools für Avatare, Sitzungsmanagement, räumliches Rendern, Synchronisierung über mehrere Benutzer und Holoportation bieten, um kollaborative Lösungen in gemischter Realität zu erstellen, so das Unternehmen. Mit Microsoft Mesh sollen Lösungen entwickelt werden können, die auf vielen verschiedenen Geräten funktionieren: HoloLens 2, eine Reihe von Virtual-Reality-Headsets, Smartphones, Tablets und PCs.

 

Beruflich werden mehr E-Mails verschickt

Termine vereinbaren, Dokumente verschicken, mit den Kolleg:innen austauschen: Trotz der wachsenden Zahl an Kollaborationstools spielen E-Mails im Berufsalltag der Deutschen weiterhin eine bedeutende Rolle. Durchschnittlich 26 Mails gehen täglich in jedem beruflichen Postfach in Deutschland ein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Bitkom. Die durchschnittliche Zahl der täglichen beruflichen Mails steigt sogar: Vor drei Jahren waren es noch 21 E-Mails pro Tag, 2014 lediglich 18 Mails. Dabei zeigt sich ein deutliches Gefälle bei den Altersgruppen: Die meisten beruflichen E-Mails bekommen die 50- bis 64-jährigen Berufstätigen, nämlich durchschnittlich 30 am Tag. 26 sind es bei den 30- bis 49-Jährigen und 22 E-Mails bei den 16- bis 29-Jährigen.

 
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Internetnutzung: Corona zementiert soziale Ungleichheiten

Die Pandemie hat viele Gewohnheiten verändert. In der Gruppe der älteren Menschen bleiben soziale Ungleichheiten hinsichtlich der Internetnutzung aber bestehen. Im Rahmen des Deutschen Alterssurveys (DEAS) wurde untersucht, wie sich im Juni/Juli 2020 der Zugang zum Internet und seine Nutzung im Vergleich zu 2017 verändert haben. Befragt wurden Personen im Alter von 46 bis 90 Jahren. Circa ein Fünftel der Befragten gab an, das Internet seit Beginn der Corona Pandemie im März häufiger für private Zwecke zu nutzen als vor Beginn der Pandemie.

Die Corona-Pandemie hat bei der privaten Nutzung von digitalen Produkten und Dienstleistungen enorme Marktzuwächse ausgelöst. So haben in Deutschland in den zurückliegenden zwölf Monaten knapp 7,5 Millionen Erwachsene als Erstnutzer:in Waren im Internet bestellt. 5,6 Millionen über 18-Jährige haben erstmals Bankgeschäfte online erledigt. Ein weiterer großer Gewinner bei der Digitalisierung des Privaten ist der Gruppen-Videochat. Außerhalb von Schule und Arbeit haben 12,4 Millionen Erwachsene Gruppen-Videochats genutzt, um sich mit der Familie und Freund:innen zu verbinden.

Auch in anderen privaten Bereichen gibt es innerhalb eines Jahres signifikante Zuwächse bei den Erstnutzer:innen: So haben 5,6 Millionen über 18-Jährige erstmals Essen über das Internet bestellt. Bei den TV-Streamingdiensten und TV-Mediatheken schalteten sich 4,9 Millionen Menschen neu ein. Virtuelle Fortbildungskurse und Fitnessangebote sowie kulturelle Veranstaltungen stehen ebenfalls vergleichsweise hoch im Kurs: 3 Millionen Erwachsene haben erstmals an Online-Learning-Kursen teilgenommen, bei Online-Fitnesskursen haben 2,8 Millionen Erstnutzer:innen mitgemacht. Live-Events wie etwa Konzerte (2,5 Millionen) und virtuelle Museumsbesuche (1,5 Millionen) erhielten ebenfalls einen deutlichen Zulauf. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage der Digitalagentur Syzygy.

 

Gesetz gegen Hassreden: NetzDG hat nahezu keinen Effekt

Mit dem 2017 in Kraft getretenen Gesetz wollte die Bundesregierung Hassrede im Internet bekämpfen und die sozialen Netzwerke zu einer schnellen Löschung bestimmter strafbarer Inhalte verpflichten. Ein Forschungsteam hat nun die praktische Anwendung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) untersucht. Vernichtendes Ergebnis: Das NetzDG hat fast keinen unmittelbaren Regulierungseffekt bei den global agierenden Sozialen Netzwerken Facebook, YouTube und Twitter. "Die allermeisten Inhalte werden von den sozialen Netzwerken aufgrund ihrer eigenen Community-Standards geprüft und entfernt, nicht jedoch wegen des NetzDG", erläutert Studienautor Marc Liesching, Professor für Medienrecht und Medientheorie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig). Zudem erfolgten bei Facebook und YouTube mittlerweile mehr als 90 Prozent der Inhaltsentfernungen automatisiert und proaktiv, also noch bevor überhaupt eine Nutzer:innenbeschwerde eingehe.

Im Rahmen der Studie wertete das HTWK-Forschungsteam auch erstmals die bislang unveröffentlichten NetzDG-Monitoringberichte aus, die das Bundesamt für Justiz im Zeitraum 2019/2020 für rund 1,4 Millionen Euro beauftragt hatte. Demnach ist der Anteil "eindeutig rechtswidriger" Inhalte, die den sozialen Netzwerken Facebook, YouTube und Twitter testweise gemeldet und durch die Plattformen entfernt worden sind, gegenüber den Monitoring-Daten vor Inkrafttreten des NetzDG im Mittelwert sogar gesunken. Hinzu komme, dass das auf Bußgeldahndung ausgerichtete NetzDG praktisch keine Rechtsfolgen hat. Ursprünglich rechnete der Gesetzgeber 2017 mit jährlich rund 500 begründeten Bußgeldverfahren wegen Nicht-Löschung strafbarer Inhalte. Tatsächlich sei laut den Forschern in diesem Bereich aber seit über drei Jahren kein einziger Bußgeldbescheid ergangen. Auch dies deute auf eine kaum vorhandene praktische Relevanz des NetzDG hin.

Zudem hat das Forschungsteam an der HTWK Leipzig erstmals Kriterien entwickelt, die als Anhaltspunkte für ein "Overblocking" qualifiziert werden können. Hiermit gemeint ist die seit 2017 in der Rechtswissenschaft geäußerte Sorge, dass die im NetzDG geregelten engen Löschfristen und hohen Bußgelddrohungen die Sozialen Netzwerke dazu anreizen, im Zweifelsfall mehr zu löschen, als sie es nach dem deutschen Strafrecht müssten. In der unabhängigen Gesetzesevaluation an der HTWK Leipzig werden nun mehrere Anhaltspunkte für einen solchen Effekt ausgemacht. Wenn das NetzDG überhaupt einen Effekt habe, "dann ist es ein tendenzielles Ausweichen der Sozialen Netzwerke in eine vorgeschaltete Lösch-Compliance nach eigenen, eher weit gefassten Community-Standards", so Liesching. Durch eine solche - durchaus legale - "Flucht vor dem NetzDG in die AGB" werde Overblocking befördert. Auch weitere geprüfte Kriterien sprächen nach der Studie für einen solchen Effekt.

 

Twitter mit neuem Abo-Modell

Der Social-Media-Dienst Twitter will eine Bezahl-Abo-Funktion namens "Super Follows" einführen, um es Nutzer:innen zu ermöglichen, mit exklusiven Inhalten Geld zu verdienen. Als Beispiele für mögliche Exklusivinhalte nannte Twitter Newsletter, Videos, limitierte Angebote und Rabattaktionen. Wann genau die neue Funktion eingeführt wird, ist nicht bekannt.

 

Und da war noch: So viele sind im Video-Chat unten ohne

Wer beruflich per Videocall erreichbar sein muss, macht derzeit acht solcher Anrufe am Tag. Sieben Videoanrufe sind beruflich veranlasst, einer erfolgt rein privat. Die Kleiderordnung fällt dabei extrem unterschiedlich aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.003 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren. Demnach hat ein Drittel derjenigen, die beruflich Videoanrufe tätigen (33 Prozent), einen bis fünf dienstliche Videocalls pro Tag, ein gutes weiteres Drittel (29 Prozent) dagegen sogar zwischen fünf und zehn. 27 Prozent machen sogar mehr als zehn Videoanrufe täglich. Insgesamt geben 33 Prozent der berufstätigen Internetnutzer an, dienstlich Videoanrufe zu tätigen. Die große Mehrheit von ihnen (77 Prozent) tut dies seit Beginn der Pandemie häufiger als zuvor.

Dabei geht es bei vielen deutlich weniger formell zu als früher im Büro: Jeder Dritte, der im Homeoffice Video-Anrufe tätigt, tut dies mitunter in Jogginghose (35 Prozent). Jeder Sechste (17 Prozent) trägt ab und an noch seine Schlafanzughose, während er sich mit Kollegen, Vorgesetzten oder Kunden per Video austauscht. Die verbreitete Annahme, die Menschen säßen oben im Hemd und unten in der Unterhose vor der Kamera, ist jedoch ein Gerücht. Lediglich vier Prozent geben dies in der Umfrage an.

 
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Daniela C., Projektmanagerin, Frankfurt / M

 
 
 

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