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  5. | Branchennewsletter vom 07.11.2021

Koalitionsverhandlungen: Deutsche fordern hohen Stellenwert für Digitalisierung

Knapp zwei Drittel der Bevölkerung will, dass die Digitalisierung in den Koalitionsverhandlungen einen hohen Stellenwert einnimmt. Konkrete Lösungen fordern die Deutschen insbesondere bei der Digitalisierung von Staat und Verwaltung, dem Infrastruktur-Ausbau sowie der Digitalisierung des Bildungswesens. Dass eine Ampelkoalition die digitale Transformation maßgeblich vorantreiben würde, glaubt etwas mehr als die Hälfte der Befragten.

Eine mögliche Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP hat sich in ihrem Sondierungspapier den digitalen Aufbruch zum Ziel gesetzt. Dass die weitere Ausgestaltung digitalpolitischer Vorhaben in den Koalitionsverhandlungen einen hohen Stellenwert haben sollte, meint auch ein Großteil der Bevölkerung (63,7 Prozent) - wie eine aktuelle, repräsentative Bevölkerungsumfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von eco zeigt. Dies gaben insbesondere Wähler*innen der Grünen an (81 Prozent), gefolgt von Wähler*innen der FDP (74,6 Prozent) und SPD (72,9 Prozent).

Bei der Frage, welche digitalpolitischen Vorhaben in den Koalitionsverhandlungen stärker konkretisiert werden sollten, sieht ein Großteil der Bevölkerung die Digitalisierung von Staat und Verwaltung (66,3 Prozent), die Stärkung digitaler Infrastruktur (60,3 Prozent) - beispielsweise durch den weiteren Gigabit-Ausbau und die Förderung von Rechenzentren - sowie die Digitalisierung des Bildungswesens (57,3 Prozent) als prioritär an.

 
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E-Government: Deutschen ist der digitale Perso zu nutzlos

In den nächsten Monaten wird es in Deutschland möglich sein, sich mit dem Smartphone und dem PIN für den Online-Ausweis digital auszuweisen. Allerdings hat erst gut die Hälfte der Deutschen von der Einführung der Funktion gehört. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Bevölkerungsbefragung unter 2.000 Deutschen ab 18 Jahren im Auftrag von PwC.

Datensicherheit und Schutz vor Identitätsdiebstahl sind laut Umfrage 94 Prozent der Befragten wichtig. 81 Prozent wünschen sich zudem eine einheitliche Benutzeroberfläche für alle Anwendungsfälle; 79 Prozent eine einfache Nutzung per App. Bewusst gegen die Nutzung des Online-Ausweises würden sich nur sieben Prozent der Befragten entscheiden. Die Gründe sind unterschiedlich: Die Skeptiker*innen wollen zum einen nicht ständig auf die Funktionsfähigkeit ihres Smartphones angewiesen sein (58 Prozent) oder erachten das Risiko des Datenverlustes als zu groß, falls das Smartphone geklaut wird oder defekt ist (54 Prozent).

Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung des Online-Ausweises ist für drei Viertel der Deutschen, dass es genügend Alltagssituationen für den Einsatz gibt. Genau das ist das Manko des mit Chip ausgestatteten Personalausweises im Scheckkartenformat, der seit 2010 verfügbar ist. Die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises ist zwar den meisten Deutschen (71 Prozent) bekannt, aber nur sehr wenige (sieben Prozent) nutzen sie auch. Die Begründung der Befragten: Es fehlt an konkreten Anwendungsfällen. Das muss für den Online-Ausweis auf dem Smartphone anders werden, denn 79 Prozent der Befragten ist es wichtig, dass sie den digitalen Identitätsnachweis für Online-Behördengänge nutzen können, etwa bei der Ummeldung des Wohnsitzes oder der Fahrzeugzulassung über das Internet. Grundsätzlich zeigt die Befragung: Die Gruppe der 25- bis 34-jährigen bestätigt die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten am häufigsten. Die klare Mehrheit der Bundesbürger*innen würde den Online-Ausweis auch für private Geschäftsangelegenheiten, etwa im Kontakt mit Banken und in Rechtsangelegenheiten (70 Prozent), bei der Online-Steuererklärung (64 Prozent) oder beim Abschluss einer Versicherung (60 Prozent) einsetzen.

 

IT- Startups als Motor für den Arbeitsmarkt und den Mittelstand

Laut einer Studie von McKinsey kann die deutsche Gründerlandschaft zum Wachstumsmotor für Deutschland werden. Bis 2030 seien Gründungen von insgesamt 41.000 Startups und die Schaffung von 1,4 Millionen Arbeitsplätzen möglich, so die Studie "Entrepreneurship Zeitgeist 2030: Making start-ups Germany's next economic powerhouse".

Derzeit werden rund 2.900 Startups pro Jahr gegründet, diese bereits hohe Dynamik sollte nicht nur aufrechterhalten, sondern beschleunigt werden, fordern die Studienautoren. Um die angestrebte Marktkapitalisierung zu erreichen, müsse die Anzahl der aktuell gegründeten Startups verdoppelt werden. Nötig sei auch die Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit.

Nach einer repräsentativen Umfrage von McKinsey entscheiden sich jedoch lediglich 5 Prozent der Befragten mit Gründungsvorhaben auch wirklich zu gründen. Das führe zu weniger als halb so vielen Gründungen wie in den Niederlanden. Dafür gibt es zwei Gründe: das Fehlen eines klaren unternehmerischen Denkens und Hindernisse im Gründungsprozess.

Im Vergleich zu den USA erreichen deutlich weniger Top-Gründungen aus Deutschland die späteren Finanzierungsrunden. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein US-Startup einen Unicorn-Status erreicht, 1,5-mal so hoch wie für hiesige Startups. Durch einen verbesserten Zugang zu Later-Stage-Finanzierungen - auf Augenhöhe mit den US-Wettbewerbern - könnten laut McKinsey fast 75 weitere deutsche Startups den so genannten Einhorn-Status erreichen oder erfolgreich einen Börsengang durchführen.

 

Der digitalisierte Außendienst scheitert an Systemen und Silos

Die Digitalisierung des Außendienstes hat heute in drei von vier B2B-Unternehmen hohe bis höchste Priorität. Das zeigt das 'B2BEST Barometer' von ECC KÖLN und Creditreform. Erst acht Prozent der Unternehmen sind bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsmaßnahmen bereits weit vorangeschritten, weitere 32 Prozent sind in vollem Gange, haben den Prozess aber noch lange nicht abgeschlossen. Woran liegt das?

Zögerlich sind die Unternehmen vor allem, weil die digitale Transformation des Außendienstes Großhändler und Hersteller vor eine Vielzahl von Herausforderungen stellt. Insbesondere die Vereinheitlichung der Daten- und Systembasis (71 Prozent) sowie die Systemkomplexität (64 Prozent) werden herausfordernd angesehen. Aber auch der Digitalisierungsaufwand insgesamt (57 Prozent) sowie die hohen Kosten für Geräte, Software und Schulungen (55 Prozent) werden jeweils von über der Hälfte der befragten Hersteller und Großhändler genannt.

Die heute bereits eingesetzten unterstützenden Tools werden größtenteils positiv bewertet: So bringt der Einsatz digitaler Tools in Verkaufsgesprächen nicht nur Vorteile für Kund*innen in Form von besserer Beratung und höherer Zufriedenheit, sondern auch mehr Effizienz und mehr Kaufabschlüsse für das Unternehmen. Während digitale Maßnahmen demnach klar als notwendig und erfolgsentscheidend angesehen werden, bleibt für 79 Prozent der Befragten der Außendienst auch in fünf Jahren noch der zentrale Erfolgsfaktor für den Vertrieb. Insbesondere für den Vertrieb komplexer, erklärungsbedürftiger Produkte ist der persönliche Kundenkontakt in den Augen von 78 Prozent der B2B-Unternehmen unabdingbar.

 
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Deutsche wünschen sich mehr digitalen Umweltschutz

Surfen, streamen, E-Mails schreiben: Mehr als 60 Millionen Menschen in Deutschland nutzen das Internet - und produzieren damit indirekt erhebliche Mengen CO2. Viele achten jedoch auch darauf, die damit verbundenen Klimawirkungen zu begrenzen oder positive Klimaeffekte zu erzielen.

Das gelingt den Verbraucherinnen und Verbrauchern bei der Online- und Gerätenutzung bereits gut - so verzichtet jeder und jede Zweite mittlerweile auf Stand-by. Zugleich gibt es aber auch Defizite, etwa bei der korrekten Entsorgung von ausrangierten Elektrogeräten, die bei einem Fünftel (22 Prozent) schon einmal im Hausmüll gelandet sind. Und die Deutschen fordern von der Politik, die Digitalisierung stärker zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele einzusetzen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Bitkom unter 1.005 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren.

Demnach löschen bereits 61 Prozent überflüssige E-Mails, Daten oder Apps auf ihren Geräten, um Speicherressourcen freizugeben und damit Energie zu sparen. Die Hälfte (51 Prozent) vermeidet Stand-by, schaltet elektronische Geräte also komplett ab. 44 Prozent verwenden, wenn möglich, die Energiesparfunktion bei Laptops oder Monitoren. Ein Fünftel (21 Prozent) reduziert die Helligkeit von Bildschirmen, um Energie zu sparen, fast ebenso viele (19 Prozent) setzen aus diesem Grund bewusst auf die Verwendung eines kleineren Bildschirms. Drei Viertel (74 Prozent) achten auch darauf, Geräte möglichst lange zu nutzen, bevor sie ersetzt werden.

Bei der Internetnutzung setzen 55 Prozent auf LAN oder WLAN statt mobiler Daten - dies verbraucht in der Regel weniger Energie. Jeder und jede Dritte (35 Prozent) hat beim Videostreaming die Auto-Play-Funktion deaktiviert, damit nicht unnötig Videos abgespielt werden. Ebenfalls ein Drittel (35 Prozent) trägt sich aus Newsletter-Listen aus oder bestellt E-Mail-Dienste ab.

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung aus Sicht der Bevölkerung für das Klima? Insgesamt nehmen drei Viertel (74 Prozent) den Standpunkt ein, die Digitalisierung stelle eine Chance für das Klima dar. 21 Prozent betonen dagegen die Risikoperspektive. 83 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger fordern, alle zur Verfügung stehenden Technologien einzusetzen, um den CO2-Ausstoß zu senken. 69 Prozent glauben, dass sich das 1,5-Grad-Ziel ohne Digitalisierung nicht erreichen lässt. Gleichwohl sagen auch 40 Prozent, ihnen sei nicht klar, wie die Digitalisierung dem Klima helfen kann.

 

Studie: Woran der KI-Einsatz scheitert

Zwar sehen immer mehr Unternehmen in Künstlicher Intelligenz (KI) den Schlüssel zu ihrer zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit. Doch der Einsatz in der Praxis stagniert, noch immer lässt der große Durchbruch auf sich warten. Mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) hält KI für einen entscheidenden Faktor für seine künftige Wettbewerbsfähigkeit - das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Doch nur jedes achte Unternehmen (13 Prozent) setzt die Technologie auch tatsächlich ein. Jeweils jedes sechste Unternehmen plant (16 Prozent) oder diskutiert (18 Prozent) den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Die Werte für den Einsatz, die Planung und die Diskussion von Künstlicher Intelligenz sind damit nahezu identisch mit denen vom Vorjahr. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage für Tata Consultancy Services (TCS) unter 951 Unternehmen.

Zwei Drittel der Unternehmen sehen in den hohen Investitionen eine entscheidende Hürde für die Einführung und Umsetzung von KI-Systemen (65 Prozent) - fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Für über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) stellen außerdem die hohen Anforderungen an den Datenschutz eine Herausforderung dar - eine Zunahme um sechs Prozentpunkte. Ähnlich viele Unternehmen nennen den Mangel an Expertise sowie die Komplexität der Technologie als Hemmnis (jeweils 47 Prozent).

Mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent), das Künstliche Intelligenz bereits nutzt, plant oder diskutiert, setzt auf externe Lösungen. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr 2020.

Am häufigsten erhofft werden Kosteneinsparungen (58 Prozent). Bei Großunternehmen stehen diese besonders im Fokus: Das Interesse, mit dem Einsatz von KI, die eigenen Kosten zu senken, stieg sprunghaft um 15 Prozent auf 66 Prozent an. Unternehmen mit bis zu 199 Mitarbeiter*innen verfolgen dieses Jahr vor allem das Ziel, mit der Technologie ihren Effizienzgrad zu steigern (56 Prozent, plus 13 Prozentpunkte) und Ressourcen zu sparen (56 Prozent, plus neun Prozentpunkte). Insgesamt lediglich ein Viertel (27 Prozent) will die Kundenbindung verbessern, ein Drittel (35 Prozent) der befragten Unternehmen will KI nutzen, um Mitarbeiter*innen zu entlasten.

 

Deutscher App-Markt erreicht Umsatzrekord mit 2,9 Milliarden Euro

Im Jahr 2021 laden die Deutschen 3,3 Milliarden Apps herunter und geben dafür so viel Geld aus wie noch nie. 74 Prozent der Umsätze werden mit In-App-Käufen generiert. Der Anteil der Paid-Downloads steigt im Zuge der Corona-Krise deutlich an. Insgesamt 2,9 Milliarden Euro Umsatz generiert der Mobil-Markt in diesem Jahr mit Smartphone-Programmen - ein neuer Rekord. Binnen zwei Jahren hat sich der Umsatz damit nahezu verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 2,3 Milliarden Euro umgesetzt; 2019 lag der Umsatz noch bei 1,6 Milliarden Euro, so Daten des Marktforschungsinstituts Research2guidance.

Der Großteil der Umsätze (74 Prozent) entfällt dabei auf In-App-Käufe - Kosten für Abonnements etwa für Video- oder Audiostreaming sind dabei noch nicht eingerechnet. Bei In-App-Käufen können Nutzer*innen ein Handy-Programm grundsätzlich kostenlos nutzen, zahlen aber für bestimmte Funktionen Geld - etwa um Notizen über mehrere Geräte hinweg zu synchronisieren oder in Spielen schneller voranzukommen.

16 Prozent der Umsätze werden über Werbeanzeigen in Smartphone-Anwendungen generiert; lediglich jeder zehnte Euro entsteht durch den Kauf eines grundsätzlich kostenpflichtigen Handy-Programms. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 wurde noch mehr als die Hälfte (53 Prozent) der damals insgesamt 242 Millionen Euro Umsatz mit bezahlten Downloads erzielt. Im Zuge der Corona-Krise ist der Umsatz-Anteil der bezahlten Apps wieder deutlich gestiegen - von drei Prozent im Jahr 2019 auf aktuell zehn Prozent. Besonders Lern-Apps haben den Umsatz-Anteil bezahlter Anwendungen wieder steigen lassen.

Insgesamt werden die Deutschen in diesem Jahr 3,3 Milliarden Apps herunterladen - ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die dominierende Plattform für Downloads ist dabei Googles Android mit dem 'Google PlayStore'. 2,5 Milliarden Apps werden dort heruntergeladen. Auf den von Apple betriebenen AppStore für iOS-Geräte entfallen lediglich 786 Millionen Downloads. Bis zum Jahr 2013 lagen die beiden Plattformen noch gleich auf. Danach setze sich Android mit teils deutlich günstigeren Geräten ab.

 
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Studie: Komplexität in deutschen Unternehmen untergräbt Security

Cyberkriminalität ist längst eine der größten Bedrohungen für Unternehmen - auch in Deutschland. Dennoch fällt es Betrieben hierzulande oft schwer, die nötige digitale Sicherheit zu gewährleisten. Mehr als 80 Prozent der IT-Führungskräfte in Deutschland halten die Technologie, Daten und Betriebsumgebungen in ihren Unternehmen für unnötig komplex - und schätzen, dass die Betriebe daher nicht optimal gegen Cyberangriffe geschützt sind. Das zeigt die aktuelle Studie "Digital Trust Insights 2022". Für die Studie hat PwC über 3.600 Führungskräfte aus Wirtschaft und Technologie weltweit zu den Herausforderungen und Chancen im Bereich Cybersicherheit befragt.

Vor allem die Regulierung von Investitionen in Technologien, aber auch Cloud-Umgebungen halten 85 bzw. 77 Prozent der deutschen Befragten für zu komplex. Die meisten befürchten durch die hohe Komplexität fehlende Resilienz, finanzielle Verluste und mangelnde Innovationsfähigkeit.

Innerhalb des eigenen Unternehmens konnten zwar 72 Prozent ihre Geschäftsumgebung in den letzten zwei Jahren vereinfachen, indem sie Technologien komplett oder teilweise rationalisiert haben. Moritz Anders, Partner im Bereich Cyber Security & Privacy bei PwC Deutschland, sieht dennoch deutlichen Handlungsbedarf: "Unternehmen nutzen zu selten Daten und Automatisierung, um ihre Prozesse effizienter zu gestalten. Dabei führt die Vereinfachung des Betriebs, der Prozesse und der zugehörigen Systeme dazu, dass sie Cyberrisiken schneller erfassen und IT-Sicherheit besser gewährleisten können."

Komplex sind teilweise auch die Beziehungen zu Zulieferern: Rund ein Drittel (32 Prozent) der Führungskräfte in Deutschland verstehen die IT- und Software-Risiken in ihrer Lieferkette wenig oder gar nicht. Auch die Verhältnisse zu Sub-Dienstleistern sind für 30 Prozent der Befragten undurchsichtig, ebenso wie zu Anbietern von Cloud-Lösungen (29 Prozent), IoT oder anderer Technologien (28 Prozent).

Die Prävention von Angriffen erfolgt dabei nicht immer geordnet; Entscheidungen über Investitionen oder das Management von Cyberrisiken basieren etwa erstaunlich selten auf einer soliden Datenbasis: Nur etwa ein Drittel der befragten Unternehmen verfügt über ein vollständiges Data-Governance-Programm. Außerdem bemerkenswert: In Deutschland betrachten weniger Befragte (21 Prozent) eine Threat Intelligence in Echtzeit als wesentlich für ihr Cyber-Security-Betriebsmodell als weltweit (30 Prozent). Nur für 21 Prozent (global: 26 Prozent) stellt die Quantifizierung von Cyberrisiken einen integralen Bestandteil ihres Betriebsmodells dar, wie Moritz Anders feststellt: "Cyberrisiken sind auch Unternehmensrisiken. Idealerweise sollten Unternehmen die Sicherheitslage immer ganzheitlich betrachten. Die reine Risikobewertung als Momentaufnahme hat bei der heutigen Bedrohungslage ausgedient. An ihre Stelle tritt ein Risiko-Reporting in Echtzeit."

 

Karrierebremse Homeoffice: Jede*r zweite junge Arbeitnehmer*in will zurück ins Büro

Aus den Augen, aus dem Sinn? Das ist die Sorge insbesondere unter jüngeren Arbeitnehmer*innen, sollten sie in Zukunft weiterhin von zuhause aus arbeiten. So befürchtet jede*r zweite aus der Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren (50 Prozent), dass sich das Homeoffice negativ auf die Karriere auswirken könnte. Gründe hierfür sind sowohl die Vermutung, dass sie dadurch weniger Kontakt zu ihren Vorgesetzten haben und von diesen beispielsweise bei Beförderungen übergangen werden, als auch fehlende Möglichkeiten, von Kolleg*innen zu lernen. Zudem präferiert etwa die Hälfte von ihnen (48 Prozent) auch künftig das Büro als Arbeitsort. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie von Censuswide.

Besonders was den Erwerb neuer Fähigkeiten und Kenntnisse anbelangt, machen sich die Deutschen Sorgen: Über alle Befragten hinweg glauben drei aus fünf (61 Prozent), dass ihr berufliches Lernen teilweise oder stark negativ von der COVID-19-Pandemie beeinflusst wurde. Bei denjenigen im Alter von 16 bis 24 Jahren ist der Wert dabei mit 82 Prozent bei weitem am höchsten. Konkret fehlen den Studienteilnehmer*innen dabei weniger persönliche Trainings oder Weiterbildungen vor Ort, die vielerorts durch virtuelle Alternativen gut aufgefangen werden konnten. Vielmehr vermissen sie die Möglichkeit, in lockeren Gesprächen oder bei der persönlichen Zusammenarbeit von ihren Kolleg*innen zu lernen. Zudem mangelt es ihnen an Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben - so herrscht eine gewisse Zurückhaltung, Kolleg*innen im Homeoffice Fragen zu stellen, die in der Vergangenheit schnell im persönlichen Gespräch geklärt wurden. Mehr als jede*r Dritte (35 Prozent) gibt zudem an, weniger zu lernen, da er bei persönlichen Gesprächen zwischen Kolleg*innen nicht mehr zuhören und wichtige Informationen erfahren kann.

Auch die Arbeitgeber*innen sind sich dieses Nachteils des Homeoffice bewusst, insbesondere der Auswirkungen für jüngere Arbeitnehmer*innen: Neun von zehn deutschen Führungskräften (89 Prozent) glauben, dass ihre Möglichkeit zu lernen beeinträchtigt wird, wenn sie aufgrund der Pandemie nicht im Büro arbeiten können. Da diesen Mitarbeiter*innen Gelegenheiten zum Netzwerken fehlen, genauso wie spontane Interaktionen, die ihre kreativen Fähigkeiten fördern, oder Lernmöglichkeiten für ein effektives Zusammenarbeiten mit anderen, gerät bei vielen die berufliche Weiterentwicklung ins Stocken.

 
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Jupp H., Senior, Rüsselsheim / Mainz

 
 
 

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