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  4. | HP-News vom 22. Juni 2010

HP Gewinne steigen um 28 Prozent

HP konnte im 2. Quartal 2010 eine Gewinnsteigerung um 28 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar verbuchen und hat damit alle Erwartungen übertroffen. Zurückzuführen ist diese für den Arbeitgeber positive Entwicklung auf den rigiden Sparkurs, den der Konzern zu Lasten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fährt. Trotz der beträchtlichen Gewinne ist eine Trendwende nicht in Sicht. Die Gehaltsentwicklung wird voraussichtlich weiterhin stagnieren. Die nächste Personalabbauwelle ist bereits angekündigt und auch die Verlagerung von Arbeitsplätzen durch Offshoring und Leiharbeit wird nach Einschätzungen des Europäischen Betriebsrats weitergehen.

 

HP kündigt den weltweiten Abbau von weiteren 9.000 Stellen an

Durch die Automatisierung und die Zusammenlegung von Rechenzentren werden voraussichtlich weitere 9.000 Stellen abgebaut - und "versetzen HP in die Lage, schneller als der Markt zu wachsen", wie Ann Livermore, Chefin des Bereich Enterprise Business gegenüber der Presse erklärte. Damit sollen ab 2013 jährlich 500 bis 700 Millionen Dollar eingespart werden. Wie sich das in Deutschland äußern wird, ist bislang noch nicht bekannt. Als sicher gilt, dass der Personalabbau 2010 abgeschlossen ist. Prognosen für 2011 dagegen können noch nicht getroffen werden.

 

Intern entlassen - extern einstellen: HP-Beschäftigte gehen leer aus

Mit dem Argument, das Unternehmen müsse atmen, begründet der Arbeitgeber HP ein Einbahnstraßensystem im Personalumbau. Statt Beschäftigte, deren Stellen wegfallen, für neue Aufgaben und offene Stellen zu qualifizieren, setzt das Unternehmen darauf, externe Kräfte - vor allem in so genannten Bestshore-Ländern - einzustellen. Diese Politik betrifft auch Hochqualifizierte, deren Stellen ausgelagert werden, um so Personalkosten zu sparen. "Stattdessen könnte HP beispielsweise anstreben, Kurzarbeitergelder, die von der Regierung für den Strukturwandel zur Verfügung gestellt werden, so zu nutzen, dass durch Weiterbildung und Umschulung auch noch übermorgen hochqualifizierte Tätigkeiten in Deutschland ausgeübt werden können", kommentiert Udo Verzagt, Mitglied im Europäischen Betriebsrat. Dabei können nicht nur die Beschäftigten gewinnen - auch für das Unternehmen lohnt es sich, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten, die mit den Abläufen und den Strukturen des Unternehmens vertraut sind. Denn auch Erfahrungen sind ein wertschöpfender und stabilisierender Faktor.

 

Arbeitskulturen im Wandel - Beschäftigte werden unter Druck gesetzt

Um den Personalabbau möglichst effektiv durchzuführen, werden einzelne Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer stärker unter Druck gesetzt. Diejenigen, denen betriebsbedingt gekündigt werden soll, bekommen ein "Angebot", das beispielsweise eine Abfindung und eine Übergangsgesellschaft für ein Jahr beinhaltet - das gilt aber nur bei sofortiger Annahme. Damit geht den Betroffenen die Möglichkeit verloren, gemeinsam mit dem Betriebsrat alle Optionen einer Weiterbeschäftigung im Unternehmen HP zu prüfen, um sich erst dann dafür zu entscheiden, anzunehmen oder Widerspruch nach dem Ausspruch der Kündigung einzulegen.
"Hier wird ein Wandel der Arbeitskultur bei HP sichtbar - und die Beschäftigten, die maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitragen, erfahren immer weniger Wertschätzung. Mit diesem Vorgehen wird eine permanente Verunsicherung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschürt", so Volker Stichter, BR-Vorsitzender in Rüsselheim und bei ver.di aktiv.

 

Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschaften - starke Partner für Arbeitnehmerinteressen

Eine Trendwende ist aber nicht nur in der Unternehmenspolitik erkennbar. Auch die Beschäftigten wehren sich zunehmend gegen die kontinuierliche Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Denn gute Arbeitsbedingungen können auch in der IT-Branche nicht mehr individuell, sondern nur gemeinsam durchgesetzt werden. Dabei haben sie einen starken Partner in den Gewerkschaften - denn Gewerkschaften setzen sich für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Im Betrieb, in der Politik, in der Gesellschaft. Aber: Nur wenn Beschäftigte, Betriebsräte und Gewerkschaften gemeinsam an einem Strang ziehen, kann ein effektives Gegengewicht zur profitorientierten Arbeitgeberpolitik entwickelt werden. Und erst eine breite gewerkschaftliche Verankerung ermöglicht weiterführende Absicherungen, etwa einen Haustarifvertrag wie bei IBM.

 

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In der schnelllebigen IT-Branche ist es wichtig, dass auch Senioren in einer starken Gewerkschaft aktiv bleiben. Das Wissen um die Vergangenheit hilft, die Zukunft zu gestalten. Altes Wissen mit neuem zu verbinden, hält Ältere aktiv. Somit ergänzen sich ver.di und die Senioren ideal.

Jupp H., Senior, Rüsselsheim / Mainz

 
 
 

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