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Tarifverhandlungen - Zusammenfassung der Zwischenstände

Wie bereits am Freitagabend angekündigt folgt heute nun eine ausführliche Beschreibung der Positionen und Verhandlungsstände. Die IBM hatte erste konkrete Vorstellungen auf den auf den Verhandlungstisch gelegt:

Berufsausbildung:
Nach der Analyse der Bezahlungsmodelle der IT-Konkurrenz in Deutschland, liegt die IBM hier bei der Gesamtvergütung in der Spitzengruppe. Das Unternehmen sieht daher keinen Handlungsspielraum für Veränderungen.
Allerdings betont die IBM, dass weiter in die Qualität der Ausbildung investiert werden soll. In Zukunft seien neben den Angeboten für Auslandsaufenthalte auch verbindliche Zertifizierungsangebote für die Studierenden geplant. Dies sei mit erheblichen Kosten verbunden. Diese Pläne kommen den Forderungen der Jugendvertreter entgegen, die schon länger auf eine qualitative Verbesserung der Ausbildung drängen.
Insgesamt soll die Summe aller Auszubildenden in 2010 weiter um 10 % steigen. Es deutet sich allerdings an, dass durch die Anforderungen der Studiengänge nicht alle angebotenen Plätze besetzt werden können. Speziell beim Studiengang Wirtschaftsinformatik gäbe es große Probleme hinsichtlich geeigneter Kandidaten/innen.
Die Summe alle Studierenden bei der IBM nähere sich inzwischen der 1000er-Grenze. IBM ist damit nach eigenen Angaben der größte IT-Ausbilder in der Branche.

Altersteilzeit ab 2010:
Die IBM erklärt erstmals ihre grundsätzliche Bereitschaft, der ver.di Forderung nach einem ATZ-Tarifvertrag ab dem 1.1.2010 nachzukommen. Die IBM ist dabei auch bereit - wie gefordert - eine längere Laufzeit als ein Jahr ins Auge zu fassen. Eine zweijährige Laufzeit wird zurzeit avisiert.
Bei den Konditionen ist man Seitens der IBM bereit, es bei der 100% Zuzahlung für die Pensionszahlungen während der ATZ-Laufzeit zu belassen. Allerdings wurde in diesem Zusammenhang auch auf die damit verbundenen steigenden Pensionslasten und die Diskussion einer Lösung der Finanzierungsfrage auf der Mitbestimmungsebene deutlich.
Klar wurde auch, dass man in der Zukunft die Möglichkeiten einer größeren Flexibilität bei den Modellen Block oder Teilzeit nutzen möchte. die Formulierungen im Tarifvertrag sollen neu gefasst werden um den jetzigen Bezug auf die Regel Block ATZ auflösen. Die ver.di-Verhandlungskommission präferiert intelligente Blocklösungen.
Es soll wie bisher bei der beiderseitigen Freiwilligkeit und der Möglichkeit von Arbeitnehmer und Arbeitgeberseite ATZ zu beantragen beziehungsweise anzubieten bleiben.
Der neue Aufstockungsbetrag soll nach der Vorstellung der IBM in der Zukunft 20 % bis zur Beitragsbemessungsgrenze betragen und damit dann 70 % des bisherigen Bruttobetrages betragen.

Pauschale Mehrarbeit:
Die IBM hat in die Verhandlungen eingebracht, das bestehende Modell der pauschalen Mehrarbeit für ein Jahr zu verlängern. Die Nachfrage bei den derzeit 5500 betroffenen Beschäftigten sei unverändert hoch und soll auch differenziert nach Bereichen weitergeführt werden. Unter dem Hinweis auf den verabschiedeten und einen eventuell noch kommenden TCR sprach hier die Unternehmensseite von "einer verbesserten Position" für das kommende Jahr.
Die von ver.di geforderten verbesserten Regelungen bei der finanziellen Ausstattung wurden zurückgewiesen.

Neueinstellungen ab 1.8. 09 AV-Pauschale:
Die ver.di Verhandlungskommission hatte die Forderung nach einer pauschalen Zulage von 4% zum Tarifgehalt aufgestellt. Diese Zulage soll in Zukunft für eine arbeitgeberfinanzierte Altersvorsorge eingesetzt werden. Die IBM äußerte sich grundsätzlich positiv, machte aber noch keinerlei Aussage zur Höhe der Zulage.
Hier sind die Tarifvertragsparteien darüber hinaus weiter in Gesprächen mit Versicherungsgesellschaften, um ein möglichst optimales Angebot für die IBMerinnen und IBMer zu bekommen.

Rente mit 67 / Ausscheiden aus dem Unternehmen:
Dem Vorschlag der ver.di Verhandlungskommission, für die Zukunft ein Ausscheiden aus dem Unternehmen nicht mehr an das Erreichen des 65. Lebensjahres zu knüpfen steht auch die IBM zustimmend gegenüber. Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Veränderungen in den nächsten Jahren hat die Verhandlungskommission einen Formulierungsvorschlag vorgelegt. Auf dieser Basis wird in der nächsten Runde weiterverhandelt.

Erwerbsminderungsrente / Ausscheiden aus dem Unternehmen:

Bei der Thematik der Erwerbsminderungsrenten ist für die ver.di-Verhandlungskommission die Finanzierung des Lebensunterhaltes für die betroffenen Beschäftigten durch Rente und Pensionswerk wichtig. Ebenso geht es um eine verbindliche Option auf einen eventuellen Wiedereinstieg nach Wiederherstellung der Beschäftigungsfähigkeit. Die Verhandlungsparteien sind sich ein großes Stück näher gekommen und werden in der nächsten Verhandlungsrunde die redaktionelle Feinarbeit fortführen.

Mindestabsicherung der betrieblichen Sonderzahlung:

Bei der Mindestabsicherung sieht die IBM auf Grund des einmaligen Models weltweit, der Höhe des GDP in diesem Jahr, sowie der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung der IBM in Deutschland, keinen Handlungsbedarf für eine Veränderung ihrer Position.
Alleine die Formulierung, dass man "im Moment" hier keinen Spielraum sieht, nährt die vorsichtige Hoffnung in den nächsten Verhandlungsrunden doch noch etwas bewegen zu können. Unter einer realistischen Betrachtung der Rahmenbedingungen ist allerdings kaum Optimismus angebracht.

Die ver.di Verhandlungskommission ist bei allen Themen bei der grundsätzlichen Positionierung ihrer Forderungen geblieben und wird bei der Fortführung der Verhandlungen in dieser Woche alles daran setzen hier weitere Verbesserungen zu erreichen.
Die Verhandlungen werden ab dem 21.10. in dieser Woche fortgeführt.
 

Bert Stach und Rolf Schmidt, Verhandlungsführer von ver.di bei den Tarifverhandlungen mit IBM Deutschland, schreiben für ich-bin-mehr-wert.de Informationen, Eindrücke und Einschätzungen aus erster Hand. Lesen oder abonnieren Sie das IBM-Update.

 
 

Ich bin seit fast 30 Jahren aktives ver.di-Mitglied – das hat meine persönliche Entwicklung entscheidend geprägt. Meine Überzeugung ist, dass jede Interessensvertretung und jeder Betrieb eine starke gewerkschaftliche Anbindung benötigt. So kann man am besten mitwirken, mitgestalten und mitbestimmen – im Sinne aller Beschäftigten.

Gisela K., Betriebsratsvorsitzende, Bamberg

 
 
 

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